Unsere aktuelle Ausgabe 3/2008 mit folgenden Themen:
Editorial
Thomas Söding
Nichts ist der Kirche kostbarer als Leib und Blut Christi. Kein Gottesdienst ist heiliger als die Eucharistie. Keine Eucharistiefeier ist dichter als die Liturgie des Gründonnerstags. Im Ersten Hochgebet der Abendmahlsmesse spricht der Priester, da er zu den Einsetzungsworten kommt: «Am Abend, bevor er für unser Heil und das Heil aller Menschen (omniumque) das Leiden auf sich nahm – das ist heute –, nahm er das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände …»
Heil zwischen Allerlösung und Prädestination von Origenes bis Augustinus
Alle Religionen, die Erlösung und ein besseres Jenseits versprechen, müssen die Frage beantworten, wer in den Genuss ihrer Verheißungen kommen soll und wer von ihnen ausgeschlossen werden wird. Die Antworten sind vielfältig. Die einen binden ihre Zusagen an die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volk oder Stand, andere schließen einzelne Geschlechter oder Berufe aus, fast alle fordern die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, ethische Qualifikationen, Gesetzesbefolgung oder Tugendübungen, die aufgrund freier Willensentscheidung oder ontologischer Vorherbestimmung erfüllt, verweigert oder sonstwie verpasst werden können.
Hoffnung als Sinnhorizont christlicher Existenz in Charles Péguys ‹Das Tor zum Geheimnis der Hoffnung›
Die Beschäftigung mit Charles Péguy hat in Frankreich seit den denkwürdigen Ereignissen des Mai 1968, wo er gegen Claudel ausgespielt wurde, eine neue Dimension erhalten. Sein Weg vom Sozialismus zum Katholizismus wird weniger in der Perspektive des sog. Renouveau catholique, sein Denken dafür mehr unter den Vorzeichen der Postmoderne thematisiert. Diese Entwicklung ist insofern zu begrüßen, als sie dem Autor eine ungeahnte Aktualität verleiht und bisher weniger beachtete Seiten seines Schaffens aufwertet.
Zur Spannung zwischen Liturgie und Künsten
Werke wie Bachs «h-moll-Messe», die «Missa solemnis» von Beethoven, die großen Messkompositionen von Mozart, Berlioz, Bruckner scheinen oft die Gefüge von Liturgie und Kirchenraum zu sprengen. Sie ordnen sich ins Gewohnte, Überlieferte schwer ein. Manches ist auch einfach zu lang für den liturgischen Gebrauch. Gut erfunden ist daher der Witz von jenem Papst, der bei einem Pontifikalamt im Petersdom auf ein nicht endendes «Non erit finis» im Credo des Chors rigoros erwidert haben soll: «Non erit finis? Erit finis! Und trat an den Altar und breitete die Arme aus: «Dominus vobiscum.»