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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
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JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
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Julia Knop Lehrstuhlvertretung Dogmatik/Dogmen-geschichte an der WWU Münster
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Leseprobe 3
Karl-Heinz Menke
Die «älteren Brüder und Schwestern»
Zur Theologie des Judentums bei Joseph Ratzinger
Auch sehr kritische Kommentare zur Aufhebung der Exkommunikation der von Lefebvre ohne päpstliche Erlaubnis geweihten Bischöfe unterstellen Benedikt XVI. nicht, er habe den Antisemitismus von Richard Williamson tolerieren oder den ebenso offensichtlichen Antijudaismus der Pius-Bruderschaft theologisch rechtfertigen wollen. Eine solche Unterstellung wäre vor dem Hintergrund aller bisherigen Äußerungen des Papstes zur Shoah und zur Geschichte des Verhältnisses von Judentum und Christentum nicht nur bösartig, sondern auch absurd.

Schon lange vor seiner Erhebung zum Papst hat Joseph Ratzinger eine mittlerweile in drei Kontinenten verbreitete Gemeinschaft gefördert, die unter dem Namen «Katholische Integrierte Gemeinde» die Verwurzelung des Christentums im Judentum nicht nur erklären, sondern auch leben will. Nicht zufällig waren es Ratzingers «Freunde von der Integrierten Gemeinde », die ihn 1997 zu einer Publikation veranlasst haben, welche verstreute Beiträge zur Theologie des Judentums sammelt. Es ist kein Geheimnis, dass Kardinal Ratzinger zwar Vorbehalte gegen das interreligiöse «Gebetstreffen» von Assisi, nicht aber gegen den Besuch seines Vorgängers in der römischen Synagoge hatte. Im Gegenteil: Auch Papst Benedikt sieht in den Juden die «bevorzugten» und «älteren Brüder des Glaubens». Auch er versteht die Konzilserklärung «Nostra Aetate» als Wende im Verhältnis des Christentums zum Judentum. Diese Wende entsprach seiner innersten Überzeugung. «Mir war», so bekennt er, «schon als Kind […] immer unbegreiflich, wie manche aus dem Tod Jesu eine Verurteilung der Juden ableiten wollten». Ausdrücklich spricht er von den Verirrungen einer Theologie, die das Juden und Christen gemeinsame Erbe nur gegen die Juden und auf Kosten der Juden statt gemeinsam mit ihnen bewahren wollte. Ein Beispiel für seine Bereitschaft zur Korrektur ist folgender Hinweis in seinem viel besprochenen Jesus-Buch: «Gott im eigentlichen und wahren Sinn gibt es nicht in der Mehrzahl. Gott ist vom Wesen her nur einer. Darum kann er nicht in die Götterwelt eintreten wie einer von vielen, kann nicht einen Namen unter anderen Namen haben. […] Er sagt einfach ‹Ich bin, der ich bin› – er ist schlechthin. Diese Zusage ist Name und Nicht-Name zugleich. Deswegen war es durchaus richtig, dass man in Israel diese Selbstbezeichnung Gottes, die in dem Wort JHWH gehört wurde, nicht ausgesprochen hat. Und es war daher nicht richtig, dass man in den neuen Übersetzungen der Bibel diesen für Israel immer geheimnisvollen und unaussprechbaren Namen wie irgendeinen Namen schreibt und so das Geheimnis Gottes, von dem es weder Bilder noch aussprechbare Namen gibt, ins Gewöhnliche einer allgemeinen Religionsgeschichte heruntergezogen hat.» [...]


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