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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
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Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 2 DOI: 10.14623/com.2017.1.52–65
Ingeborg Gabriel
DAS TÄGLICHE BROT FÜR ALLE
Welternährung als Gerechtigkeitsfrage der Gegenwart
Die Bitte um das tägliche Brot und damit um die Grundlage des physischen Lebens und Überlebens war für Menschen immer und überall von existentieller Dringlichkeit. Ihr Ort im Vaterunser zeigt zudem, dass das Christentum keine Trennung von Spiritualität und Materialität, von Leben und Geist kennt. Beides ist für die menschliche Existenz in gleicher Weise notwendig und daher in das christliche Heilsverständnis einbezogen. Weder lebt der Mensch vom Brot allein, noch kann er ohne Brot leben. Eine entmaterialisierte Theologie, wie sie als Reaktion auf einen modernen Materialismus teils praktiziert wurde und wird, ist in ihrer Welt- und Lebensferne dem christlichen Glauben nicht gemäß. Jedes irdische Leben braucht Nahrung. Es braucht Lebensmittel. Der Mangel an Nahrung beeinträchtigt und zerstört letztlich die physische Existenz. Mehr noch: Er erniedrigt und demütigt Menschen. Die Frage der Welternährung, die Bitte um das tägliche Brot für alle, ist damit eine eminent ethische wie theologische Frage.

Es ist noch nicht lange her, dass der Hunger als Geisel der Menschheit in den Industriestaaten überwunden wurde. Die allermeisten Menschen haben heute hier genug Nahrung, ja es herrscht vielfach Überfluss. Die globale Situation ist jedoch eine andere, wie jeder Blick auf die Welt zeigt. In einzelnen Weltregionen (vor allem in Südostasien und dem Afrika südlich der Sahara), nischenhaft auch in anderen Weltgegenden, sind Hunger und Mangelernährung weiterhin verbreitet. Sie zu bekämpfen, liegt in der Verantwortung aller Menschen.

1. Die «Zeichen der Zeit»: Der globale Kampf gegen Hunger

Auf unserer Erde leben gegenwärtig um die 7,5 Mrd. Menschen. Ihre Zahl wird bis zum Jahre 2050 schätzungsweise auf 9,7 Mrd. ansteigen. Dies ist die gewaltigste Bevölkerungsdynamik in der Geschichte der Menschheit. Gab es um das Jahr 1900 in etwa 1,5 Mrd. Erdenbürger, so waren es im Jahre 1950 bereits 2,5 Mrd. Seither, und das heißt in einer Lebensspanne, hat sich ihre Zahl nochmals verdreifacht. Dass dieses Bevölkerungswachstum vor allem in den ärmeren Ländern stattfi ndet, stellt diese selbst wie die Weltgemeinschaft vor gewaltige Herausforderungen. Denn es bedeutet, dass, um Hunger und Mangelernährung zu überwinden und alle mit den zum Leben notwendigen Nahrungsmitteln zu versorgen, die Nahrungsmittelproduktion überproportional zum Wachstum erhöht werden muss.

Heute leiden schätzungsweise 700 Millionen Menschen, also etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung, an Hunger und starker Mangelernährung und werden damit zur Gruppe der extrem Armen gerechnet. Sie gehen Tag für Tag hungrig zu Bett. Drei Viertel von ihnen leben in ländlichen Regionen, meist als Kleinbauern (circa 50%) und Landlose (in etwa 20%) aber auch als Nomaden (10%). Die übrigen 20% leben in den Slums der Städte. Besonders benachteiligt sind hier wie in anderen Bereichen Frauen und Kinder, die auch kulturell bedingt einen erschwerten Zugang zu den knappen Nahrungsmitteln haben. So erzählte eine Bekannte nach der Weltfrauenkonferenz in Peking (1995), dass laut den Berichten asiatischer Frauen die Mangelernährung dadurch zustande käme, dass Frauen und Kinder erst zu Tisch gehen dürfen, nachdem die Männer gegessen haben. Diese Mangelernährung behindert die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern, was vielfach zu lebenslangen Beeinträchtigungen führt. Verfestigt oder vertieft sie sich aufgrund einer Verschlechterung der Lebensmittelverfügbarkeit zu Hunger, ist dies für Menschen ebenso schlimm wie Folter. Dies zeigte mir die Panik in den Augen eines Jesuiten, der zur Gruppe der Dalit (der sogenannten Unberührbaren) in Südindien gehörte, als er vom Hunger in seiner Kindheit erzählte.

Die meisten Menschen in extremer Armut, die unter Hunger und Mangelernährung leiden, gehören, wie die obigen Zahlen bereits zeigen, zu jener Hälfte der Weltbevölkerung (3,8 Mrd. Menschen), die heute noch ihr tägliches Brot in landwirtschaftlichen Kleinbetrieben oder als Tagelöhner mühsam erwirtschaftet. Diese Subsistenzbauern machen in den Ländern des Südens weiterhin 60–80% der Gesamtbevölkerung aus. In den Industrieländern hingegen liegt die Anzahl der in der Landwirtschaft Tätigen inzwischen bei 1,6–5% und sinkt seit Jahrzehnten kontinuierlich.

Diese ersten globalen Zahlen signalisieren bereits ein wichtiges Grundproblem: Wiewohl 80% der extrem Armen in ländlichen Gebieten leben und Nahrung für den Eigenbedarf, teils auch für den Export, produzieren, liegt diese kleinbäuerliche Landwirtschaft vielfach außerhalb der Wahrnehmung von nationalen Regierungen und internationalen Organisationen. Sie ist gleichsam unsichtbar und von den allgemeinen Entwicklungsbemühungen daher weitgehend ausgeschlossen. Es sind jedoch eben diese Milliarden über weite Teile der Erde verstreuten Subsistenzwirtschaften, deren Nahrungsmittelerzeugung für die Ernährung der Weltbevölkerung jetzt und in Zukunft zentral ist. Da viele Entwicklungstheorien davon ausgehen, dass die Entwicklung eines Landes durch so genannte trickle-down Effekte von den Industriezentren der Städte initiiert wird und von daher auf den Rest des Landes übergreift, wurde und wird die rurale Entwicklung national wie international chronisch vernachlässigt. Dies führt u.a. dazu, dass die Infrastruktur (Straßen, Schulen, Gesundheitszentren etc.) in ländlichen Regionen kaum ausgebaut wird. Diese bleiben vielmehr weitgehend sich selbst überlassen und ihre Bevölkerung ist gegenüber der Gesamtbevölkerung marginalisiert. Die trickle-down Theorien haben sich freilich inzwischen ebenso als falsch erwiesen wie jene Freihandelstheorien, wonach allgemeiner Wohlstand, auch jener der bäuerlichen Bevölkerungen, ohne staatliche Interventionen durch eine Intensivierung des Handels, einschließlich dem Handel mit Nahrungsmitteln, erreicht werden kann. Langsam fi ndet jedoch hier ein Umdenken in der Theorie wie in der Praxis statt. Denn: Damit die immer größere Zahl von Erdenbürgern ernährt werden kann, braucht es eine massive Stärkung der vielen Kleinbetriebe mit Subsistenzlandwirtschaft weltweit. Damit der Hunger weltweit überwunden werden kann, müssen sie vom Rand ins Zentrum der Aufmerksamkeit der nationalen wie internationalen Politik rücken.

Auf den ersten Blick erscheint es paradox, dass Kleinbauern und Landlose, wiewohl von den Entwicklungsbemühungen weitgehend abgekoppelt, dennoch von den globalen Preisschwankungen von Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahrzehnten unmittelbar negativ betroffen waren. Dies galt zuerst für den teils massiven Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte in den Jahren vor der Nahrungsmittelkrise von 2007/08, der es ihnen unmöglich machte, angemessene Preise für ihre Produkte auf den lokalen Märkten zu erzielen, und daher zu wenig Überschüssen und Investitionen führte. Die starken Preisverluste hatten mehrere Ursachen: Sie waren zum einen eine Folge der Vernachlässigung des ländlichen Raums durch staatliche und internationale Akteure. Zum anderen entstanden sie durch Importe von Nahrungsmitteln aus den Industrieländern, die dort aufgrund höherer technischer Standards vor allem aber von staatlichen Subventionen billiger hergestellt werden konnten. Derartige Exporte schädigten massiv die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern mit ihren kleinsträumigen Strukturen. Diese Preisverluste waren so verheerend, dass sie vielfach zu Selbstmordepidemien bei Bauern führten, die aufgenommene Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten.

In den Jahren 2007/2008 und 2009/10 kam es unerwartet zu schweren Nahrungsmittelkrisen mit drastischen Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel. So stiegen innerhalb von Monaten die Weltpreise für Weizen um etwa 90%, für Mais um 100% und für Reis sogar um 400%. Für diese Nahrungsmittelkrisen waren eine Reihe kurzfristiger wie langfristiger Faktoren verantwortlich. Kurzfristig waren es vor allem Klimastörungen, die in der Folge zu Reisausfuhrverboten (von China, Indien, Russland u.a.) und einem starken Rückgang von Lagerbeständen (die weltweit in Tagen gemessen werden) führten, sowie Börsenspekulationen mit Grundnahrungsmitteln. Langfristige Gründe für die Nahrungsmittelkrisen von 2007/08 waren ein starker Nachfrageanstieg aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und die erwähnte Vernachlässigung der Subsistenzlandwirtschaft in den Ländern des Südens. Dazu kamen die vom Internationalen Währungsfond aufgrund des Anstiegs der Schulden geforderten so genannten Strukturanpassungsprogramme (SAP), die meist einseitige Marktliberalisierungen für den landwirtschaftlichen Bereich vieler Entwicklungsländer vorsahen und die Importe aus Industrieländern erleichterten. Der starke Anstieg der Grundnahrungsmittel führte in vielen Ländern zu Massenprotesten. Er zog jedoch auch ein langsames Umdenken und eine stärkere Fokussierung auf die Entwicklung des ländlichen Raums nach sich, was sich längerfristig in einer höheren Produktion bemerkbar machen sollte.

Neben diesen Negativentwicklungen gab es in den letzten Jahrzehnten auch in ihren Dimensionen einmalige Erfolge im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung, ohne die angesichts des Wachstums der Weltbevölkerung Hungerepidemien unvermeidbar wären. Da war zum einen die so genannte Grüne Revolution der 1960er und 1970er Jahre, die es ermöglichte, durch die Entwicklung verbesserter Sorten für Grundnahrungsmittel, den Bau von Bewässerungssystemen und den Einsatz chemischer Düngemittel die landwirtschaftliche Produktivität explosionsartig zu steigern. Vor allem in China gelang es so, das Bevölkerungswachstum aufzufangen und den Hunger weitgehend zu besiegen. Weitere Voraussetzungen waren eine effektive Landreform, sowie Verbesserungen in der Vorratshaltung und der Infrastruktur. Sie gaben den Kleinbauern, die immer noch etwa die Hälfte der chinesischen Bevölkerung ausmachen, die Möglichkeit, ihre Produkte auf lokalen Märkten zu verkaufen. Dies sowie die starke Industrialisierung führten dazu, dass in nur vier Jahrzehnten (1981–2011) in China etwa 500 Millionen Menschen sich aus der Armut befreien konnten. Auch in anderen Teilen Asiens gab es Erfolge im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung, die jedoch vor allem aufgrund nicht konsequenter Landreformen weniger überzeugend ausfi elen. Dennoch geht die Weltbank davon aus, dass zwischen 2000 und 2015 weltweit 1 Mrd. Menschen der extremen Armut entkamen. Indien, in dem etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung lebt, unternimmt gegenwärtig große Anstrengungen, um seine ländlichen Regionen zu entwickeln. Das lässt sich beispielhaft an den Verhandlungen mit der WTO (World Trade Organisation) ablesen, in denen dem Land Ende 2014 schlussendlich eine Subventionierung der nationalen Agrarwirtschaft durch eine sogenannte «Friedensklausel» zugestanden wurde. Die Organisation von Genossenschaften, die nach dem Solidaritätsprinzip arbeiten, bildet gleichfalls eine effiziente Armutsbekämpfungsstrategie für den ländlichen Raum. Dies gilt z.B. für Genossenschaften zur Gewährung von Mikrofinanzkrediten ohne formelle Sicherheiten, die Kleinbauern vor Wucherzinsen schützen. Diese leisten zudem, wie die Genossenschaften in Europa im 19. Jahrhundert (z.B. jene von Raiffeisen), einen wichtigen Beitrag zur institutionellen Erfassung und Ausbildung von Kleinbauern, und hier vor allem von Frauen (85% der Mikrokreditnehmer sind Frauen), und damit zur Überwindung der Armut im ländlichen Raum.

Die Maßnahmen der Grünen Revolution, ohne die eine auch nur halbwegs adäquate Ernährung der Weltbevölkerung heute nicht möglich wäre, zeigen jedoch aufgrund der intensiven Bewirtschaftung des Bodens zunehmend negative ökologische Folgen. Vor allem die Überbeanspruchung und Verschmutzung des Grundwassers sowie eine zunehmende Auslaugung und Versalzung von Böden sind besorgniserregend.

Ein Grundproblem der Welternährung muss in der Tatsache gesehen werden, dass die großen Gewinner der Globalisierung und des Freihandels multinationale agrarische Großunternehmen sind, die ihren Sitz meist in den industrialisierten Ländern haben. Aufgrund einer hoch automatisierten landwirtschaftlichen Massenproduktion und dem Massenvertrieb von Agrarprodukten sowie hoher staatlicher Subventionen (allen voran in den USA, aber auch in der EU) können sie Agrarprodukte zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt bringen. Jene landwirtschaftlichen Subsistenzbetriebe, in denen ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung mühsam ihren Lebensunterhalt verdient und die arbeitsintensiver und generell umweltschonender arbeiten, werden durch dieses Preisdumping systematisch vom Markt verdrängt. Bäuerliche Existenzen werden so in großer Zahl gefährdet, da die Weltmarktpreise unter den lokalen Gestehungskosten liegen. Wie sollte ein Subsistenzbauer in Nepal, der einen kleinen Überschuss auf dem nächstgelegenen Markt verkaufen will, mit einem Agrarkonzern konkurrieren? Die oligopolartigen Strukturen dieses weltweiten Agrobusiness widersprechen zudem fundamental der Vorstellung, dass durch einander auf dem freien Markt konkurrierende Akteure die Produktion verbessert werden kann. So sind beispielsweise in Großbritannien 75% des Nahrungsmittelhandels in der Hand von vier Unternehmen. Die überdurchschnittliche Konzentration von Produktion und Vertrieb von Grundnahrungsmitteln bringt zudem ein hohes Maß an Abhängigkeit von einigen wenigen Akteuren mit sich.

Eine subventionierte Massenproduktion, die das Überleben von kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaften erschwert, die für große Teile der Welt die wichtigste Quelle von Ernährung und damit des täglichen Brotes sind, erweist sich vor allem angesichts der Notwendigkeit einer weiteren Steigerung der Lebensmittelproduktion bis 2030 um 40% und bis 2050 um 70% als in hohem Maße unverantwortlich. Zusätzliche Brisanz gewinnt die Frage aufgrund der ökologischen Problematik. Die technisierte Landwirtschaft verursacht mehr an Umweltschäden, nicht zuletzt aufgrund des Energieverbrauchs für den Transport der Lebensmittel, und treibt so auch den Klimawandel stärker voran, der wiederum wesentlich zu Lasten der südlichen Länder und ihrer armen Bevölkerungsschichten geht. So könnte es nach Schätzungen der FAO auf dem afrikanischen Kontinent aufgrund des Klimawandels bis Ende des Jahrhunderts zu Ertragseinbußen in der Landwirtschaft zwischen 15–30% kommen.

2. Die Überwindung von Hunger und Unterernährung als ethische Aufgabe


Die knappe Analyse der Zeichen der Zeit im Hinblick auf die gegenwärtige Welternährungssituation hat bereits sichtbar gemacht, dass das tägliche Brot heute für eine wachsende Zahl von Menschen in höchst komplexen globalen Nahrungsmittelketten erzeugt wird. Jeder Blick auf die Lebensmittel, die wir tagtäglich zu uns nehmen, zeigt, wie sehr wir vor allem in den Industrieländern in ein globales Netz meist anonymer Beziehungen mit Bauern, Arbeitern, Produzenten, Händlern u.Ä.m. auf der ganzen Welt eingebunden sind. Das gilt bereits für den Kaffee, den Tee, die Fruchtsäfte, oft auch das Brot, das wir beim morgendlichen Frühstück konsumieren. Diese in der Geschichte einmaligen globalen Interdependenzen sollten uns bewusst machen, dass wir in der Tat – so die traditionelle Metapher der katholischen Sozialverkündigung – alle in einem Welt-Boot sitzen. Es besteht freilich eine zutiefst paradoxe Spannung zwischen diesem Faktum engster globaler und regionaler Vernetzungen und folglich Interdependenzen und einer tief im modernen Bewusstsein verankerten individualistischen Sicht des Menschen, wonach jede/r unabhängig und als autonomer homo faber seines eigenen Glückes Schmied ist.

Die intensiven globalen Vernetzungen, die Gaudium et spes unter dem Stichwort socializatio umfassend thematisiert hat (GS 4–10, bes. GS 6), stellen vor gewaltige praktische wie sozial-ethische Fragen. Wenn das «Gib uns» der Brotbitte im Sinne eines in seiner Reichweite universalen christlichen Humanismus interpretiert wird, dann wird diese vom Evangelium her geforderte Reichweite unter den Bedingungen der Globalisierung gleichsam konkretisiert. Eine derartige universale Verantwortung verlangt heute strukturelle Maßnahmen, ist aber zugleich weiterhin auf das Handeln jenes Einzelnen angewiesen.

a) Sozialethische Prioritäten: Welternährung als Frage struktureller Gerechtigkeit

Wie bereits deutlich wurde, kommt den Regelungen nationaler wie internationaler Institutionen im Hinblick auf die Nahrungsmittelproduktion und -verteilung ethisch eine zentrale Bedeutung zu. Die Sozialethik als Sozialstrukturenethik ist unter den Bedingungen der Globalisierung besonders gefordert, da die Überwindung der Nahrungsmittelknappheit und die Nahrungsgerechtigkeit nur über verbesserte nationale wie internationale Strukturen, d. h. Regelungen und Gesetze, zu verwirklichen sind.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als sozialethisches Grundlagendokument der Weltgemeinschaft formuliert in Artikel 25 das «Recht auf angemessene Nahrung» als ein wesentliches soziales Grundrecht. Der Artikel wurde im «Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte» (1966/76, Art. 11) weiter konkretisiert. Das Recht auf Nahrung war zudem ein zentrales Ziel der sog. Milleniumsziele, die im Jahr 2000 verabschiedet wurden. Sie wurden auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2015 durch die Sustainable Development Goals ersetzt. Deren zweites Ziel ist es, den Hunger weltweit bis zum Jahre 2030 zu überwinden, die Ernährungssicherheit herzustellen und die Ernährung jener weltweit zu verbessern, die an chronischer Unterernährung leiden. Als Voraussetzung dafür gilt die intensive Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft weltweit, vor allem von bäuerlichen Kleinbetrieben. In diesem Sinne schreibt auch Papst Franziskus in seiner 2015 veröffentlichen Enzyklika Laudato si’, dass es eine Wirtschaft braucht, «welche die Produktionsvielfalt und die Unternehmerkreativität begünstigt.» Beinahe unerwartet nennt der Papst hier nicht zuerst industrielle Betriebe, sondern mahnt zur Unterstützung der «kleinbäuerlichen Systeme für die Erzeugung von Lebensmitteln, die weiterhin den Großteil der Weltbevölkerung ernährt, während sie einen verhältnismäßig geringen Anteil des Bodens und des Wassers braucht und weniger Abfälle produziert, sei es auf kleinen landwirtschaftlichen Flächen oder in Gärten, sei es durch Jagd, Sammeln von Waldprodukten oder kleingewerbliche Fischerei.» Gewarnt wird hier gleichfalls vor dem Übergewicht eines Agrobusiness, aufgrund dessen «die kleinen Landwirte gezwungen sind, ihr Land zu verkaufen oder ihre herkömmlichen Produktionsweisen aufzugeben.» (Alles L S 129) Die Enzyklika fordert zudem eine «diversifi zierte Landwirtschaft», sowie die Förderung armer Regionen «durch Investitionen in ländliche Infrastrukturen, in die Organisation des lokalen oder nationalen Marktes, in Bewässerungsanlagen, in die Entwicklung nachhaltiger Agrartechniken und anderes», sowie die Schaffung gemeinschaftlicher Organisationen (Genossenschaften), «welche die Interessen der kleinen Erzeuger schützen und die örtlichen Ökosysteme vor der Plünderung bewahren.» Der Text schließt seine Aufzählung der für eine nachhaltige Landwirtschaft notwendigen Maßnahmen mit dem ermutigenden Appell: «Es gibt so vieles, was man tun kann!» (LS 180).

Diese Ziele können nur durch eine gemeinwohlorientierte nationale und internationale Politik erreicht werden. Der Caritas Bericht (2014) zur Rolle der Europäischen Union für die Förderung der globalen Landwirtschaft fasst die von Seiten der EU als wichtigstem regionalen Zusammenschluss möglichen und notwendigen Maßnahmen zusammen. Sie sollen dazu beitragen, die in den EU-Beschlüssen festgelegte Priorität des Rechts auf Nahrung voranzutreiben. Auch dieser Bericht kommt zum Schluss, dass es vor allem eines stärkeren Fokus’ auf die lokale kleinbäuerliche Landwirtschaft bedarf, die das tägliche Brot für die meisten Menschen weltweit produziert. Ihre nationale sowie internationale Unterstützung durch entsprechende landwirtschaftliche Förderungsprogramme, sowie eine effektive Landreform und global stabile und kostendeckende Preise für landwirtschaftliche Produkte stellen wesentliche Voraussetzungen für eine Ernährung der Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten dar. Zudem fordert der Caritas-Bericht eine grundsätzliche Neubewertung der internationalen Agrarpolitik und eine Verankerung des Rechts der Entwicklungsländer auf einen effektiven Schutz ihrer Agrarmärkte, um eine einheimische Landwirtschaft aufzubauen. Dies wäre zudem der beste Motor für deren Entwicklungsbemühungen. Von den Industrieländern verlangt eine derartige Neuausrichtung den Abbau von Agrarsubventionen an Großproduzenten und damit des Exports von subventionierten Nahrungsmitteln, was zudem den Gesetzen des freien Marktes entsprechen würde. Diese Politik einer stärkeren Regionalisierung der Nahrungsproduktion wäre aus ökologischen Gründen aufgrund des damit verbundenen niedrigeren Energieverbrauchs einer weiteren Globalisierung des Handels mit Nahrungsmitteln bei weitem vorzuziehen.

Darüber hinaus bedarf es jedoch weiterer politischer Korrekturen respektive Maßnahmenbündel in mindestens drei Bereichen: der Aussetzung der Förderung sowie Erzeugung von Biosprit, einer strengen Kontrolle des so genannten land grabbing sowie des Erhalts des lokalen Saatguts. Zu erstem: Biosprit wird als Treibstoff aus pflanzlichen Rohstoffen (gemischt mit Erdöl) hergestellt, die zugleich als Nahrungsmittel verwendet werden können bzw. auf Flächen angebaut werden, die der Nahrungsmittelproduktion dienen. Mit seiner Produktion wurde vor etwas mehr als einem Jahrzehnt in den USA, der EU sowie in Brasilien begonnen, um den Erdölverbrauch zu senken. Es gab jedoch von Anfang an einen Konflikt zwischen ökologischen und sozialen Zielen. Die ungefähr 800 Millionen Autobesitzer weltweit begannen, so könnte man pointiert sagen, mit 1,2 Mrd. Armen um dieselben Lebensmittelrohstoffe und Böden zu konkurrieren. Die Herstellung von Agrotreibstoffen führte denn auch innerhalb von nur einigen Jahren zu den beschriebenen extremen Preisanstiegen bei Mais, Weizen und Soja auf dem Weltmarkt und ging so zu Lasten der Armen, die sich das tägliche Brot nicht mehr leisten konnten. Im Zuge der Umwidmungen von großen Landflächen in Entwicklungsländern kam es zudem vielfach zu massiven Menschenrechtsverstößen und Vertreibungen. Die Umweltbelastung bei dieser Art von Produktion ist besonders hoch. Die gegenwärtig 25% der US-amerikanischen Maisproduktion, die zur Erzeugung von Biosprit verwendet werden, werden zudem unter exzessiver Verwendung von Düngemitteln hergestellt, da die Pflanzen ja nicht zum Verzehr geeignet sein müssen. Die geplante Ersetzung von 10% der fossilen Brennstoffe würde eine Widmung von 43% der landwirtschaftlichen Nutzflächen für Biosprit (in der EU wären es 38%) erforderlich machen. Dies ist – so die einhellige Meinung von Experten – angesichts der Welternährungssituation und des zu erwartenden Weltbevölkerungswachstums ethisch in keiner Weise verantwortbar.

Zum zweiten: Um die Produktion von Treibstoff sowie die eigene Ernährung sicherzustellen, kaufen seit einigen Jahren internationale Unternehmen sowie Staaten große Landflächen in ärmeren Ländern auf. Diese als land grabbing bezeichnete Praxis ist gleichfalls ethisch in höchstem Maße rechenschaftspflichtig. Dies umso mehr als sie vielfach unter Vorspiegelung falscher Vorteile (Schaffung von Arbeitsplätzen und Infrastruktur) und durch die Kooperation mit korrupten Politikern und Beamten erfolgt. Auch hier kommt es nicht selten zu Vertreibungen der einheimischen Bevölkerung von ihrem Land. In jedem Fall wären derartige Landkäufe und die entsprechenden Verträge öffentlich zu machen und einem internationalen Regime zu unterstellen, damit Verschlechterungen in der Ernährungssicherheit für die lokale Bevölkerung vermieden werden können.

Zum dritten: Als sozialethisch besonders bedenklich erweist sich die Patentierung des durch sogenannte Biotechnologien veränderten Saatguts durch internationale Konzerne. So bezog sich fast die Hälfte der 4000 Patente auf Pflanzen, die die US Behörden in den letzten Jahren gewährten, auf traditionell kultivierte Pflanzen aus Entwicklungsländern. Diese Praxis wird vielfach als «Biopiraterie» bezeichnet, da sie ausschließlich im Interesse der wenigen Großkonzerne ist, die sowohl als Lieferanten von Saatgut, wie von Insektiziden, Pestiziden und Kunstdünger den Markt beherrschen.

Wichtig für die Schaffung effizienter, kostendeckender und die Bevölkerung ausreichend ernährender lokaler Landwirtschaften ist zudem die Unterscheidung zwischen kurz- und langfristiger Nahrungsmittelhilfe. Erstere stellt ein wichtiges Kriseninterventionsinstrument dar, das in Notsituationen, sei es aufgrund von Kriegen oder Klimakatastrophen, Leben rettet. Diese humanitäre Nahrungsmittelhilfe wird vor allem vom World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen seit vielen Jahren geleistet. Wenig hilfreich sind hingegen Langzeithilfen, die offenkundig negative Folgen für die lokale Landwirtschaft haben.

In diesen internationalen und regionalen Bemühungen (Europäische Union) sind die Kirchen als an der Basis präsente Institutionen starke Akteure. Dies zeigt sowohl der Caritas Bericht, wie auch eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Initiativen.

b) Individualethische Fundamente einer gerechten Welternährung

Die riesigen strukturellen Dimensionen, mit denen eine Welternährung für Milliarden von Menschen als Gerechtigkeitsfrage konfrontiert ist, sowie die skizzierten internationalen Bemühungen, Hunger und Mangelernährung weltweit zu überwinden, sollten die zentrale individualethische Frage nicht vergessen lassen: Was müssen Einzelne, soweit es ihnen möglich ist, tun, damit Lebensmittel für alle vorhanden sind? Was können sie beitragen, damit die Vaterunser-Bitte sich erfüllt?

In nur wenigen Jahrzehnten hat sich in den reichen Ländern eine Gesellschaft gebildet, in der materielle Güter für die meisten im Überfluss vorhanden sind. War früher der Mangel die Regel, so gibt es inzwischen vielfach ein Zuviel an materiellen Gütern, deren Konsum exzessiv beworben wird. Die weltweiten sozialen und ökologischen Folgen dieses überhitzten Konsums werden schlicht missachtet. Eine Wegwerfgesellschaft – so Laudato si’ – schädigt jedoch sowohl die Menschenwürde jener, die zu wenig, wie jener, die mehr als genug haben. Es gibt – so bereits Paul VI. in Populorum progressio (1967) – neben Unterentwicklung auch eine Art von schädlicher materieller Überentwicklung (PP 19). Doch wie kann der einzelne sich einer Lebensform entziehen, die – wie längst überdeutlich – den eigenen Bedürfnissen ebenso wenig entspricht wie jenen der Anderen und der Natur? Wie lässt sich eine nachhaltigere und gerechtere Lebensweise praktizieren? Wie viel ist genug? Dass es Hunger in unserer Welt gibt, ist gerade auch angesichts der Verschwendung von Lebensmitteln in unseren Gesellschaften ein Skandal. Dies zur Kenntnis zu nehmen und damit die Gleichgültigkeit zu überwinden, kann ein erster Schritt hin zu einem Umdenken (metanoia) und damit auch zur langfristigen Veränderung der sozialen und

ökologischen Verhältnisse sein. Denn jedem Wandel geht notwendig eine geänderte Weltsicht voraus, die andere als materielle Werte in den Vordergrund stellt. Wie für mehr und mehr Menschen erfahrbar, ist es heute nicht mehr die Knappheit an Gütern, die uns am echten Leben hindert, sondern die Knappheit an Zeit und an sozialen Kontakten. Die Frage nach dem rechten Maß des eigenen Konsums kann dabei durchaus von Eigeninteresse geleitet sein. Denn es geht, wie bereits die antike Philosophie wusste und die neue Forschung zeigt, um wesentliche Grundlagen des menschlichen Glücks. Mehr-Haben führt über ein elementares Maß hinaus nicht zu größerer Lebensbefriedigung und die personale Freiheit wird durch mehr Güter nicht gefördert sondern belastet. «Arm ist, wer viele Bedürfnisse hat», formulierte bereits der Hl. Basilius kontrafaktisch. Das rechte Maß in der Verwendung der irdischen Güter stellt aber auch und vor allem eine Kardinaltugend dar, von deren Praxis die Fähigkeit zum gerechten Handeln abhängt. Zur Frage nach dem rechten Maß als universal-ethische Frage tritt für Christen und Christinnen darüber hinaus die das eigene Heil mitbestimmende Frage, wieweit es gelingt, den «Hungrigen zu essen zu geben» (Mt 25, 37). Sie bleibt angesichts der oben dargestellten Welternährungssituation von ungeminderter Relevanz. Solange Menschen vor Hunger sterben oder ihr menschliches Potential aufgrund von Mangelernährung nicht entfalten können, geht es bei Konsumentscheidungen immer auch um den Anderen, sein Recht auf Nahrung und damit auch auf Leben.

Die aus Gründen der Gerechtigkeit wie der Ökologie notwendige Umkehr verlangt nicht weniger als eine kulturelle Revolution (LS 114), die beim Einzelnen beginnen muss. Wesentlich wäre dabei vor allem, das vielfach vorhandene Motivationsdefi zit und die Gleichgültigkeit zu überwinden. Welche Einstellungsänderungen braucht es, um Ungerechtigkeiten, die jeden Einzelnen in der einen oder anderen Weise verletzen, Paroli zu bieten, und neue Verhaltensweisen zu entwickeln? Es scheint, dass eine Voraussetzung dafür die Dankbarkeit für das ist, was man bereits hat. Sie erlaubt die Gier ebenso zu überwinden wie die Hybris des Alles-Haben-Müssens und fördert Werte wie Genügsamkeit, Sparsamkeit und Bescheidenheit, ja Verzicht, die in unserer Gesellschaft irgendwie abhandengekommen sind. Es geht um eine Reduktion des Konsums, die Rückfrage nach den Produktionsbedingungen jener Lebensmittel, die wir kaufen (Beispiel: Fairtrade), die Verringerung des Konsums jener Produkte, die in immer größerer Menge verwendet der Umwelt Schaden zufügen und die die Nahrungsmöglichkeiten jener verringern, die auf sie angewiesen sind. Hier wäre es durchaus sinnvoll, auch das Fasten neu zu entdecken, das neben der spirituellen immer auch eine soziale Dimension hatte, die heute um eine ökologische zu erweitern wäre. Das Fasten, das nicht zuletzt aufgrund einer modernen Weltsicht stark an Bedeutung verloren hat, könnte von Konsumabhängigkeiten befreien wie auch das soziale Engagement für die Armen und die Achtung vor der Natur als Gabe stärken, im Wissen, dass wir durch unsere persönlichen Konsumentscheidungen und unseren Lebensstil die Welt täglich mitgestalten. Besonders das traditionelle Fleischfasten sollte angesichts der negativen Umweltfolgen der zunehmenden Fleischproduktion sowie des Fleischkonsums eine Wiederbelebung erfahren.

3. Zum Schluss


Der russische Philosoph Nicolas Berdyaev hat den eindrücklichen Satz geprägt: «Brot für mich ist eine materielle Sache, Brot für den Nächsten eine spirituelle.» Er kehrt damit die moderne Weltsicht um, wonach jeder sein Eigeninteresse verfolgen und so sein eigener Nächster und seines Glückes Schmied sein soll. Die Sorge um das tägliche Brot ist nie nur eine materielle Sache, sondern eine elementare Frage des gemeinsamen Menschseins in seiner Bedürftigkeit wie seinem Potential und seiner Größe. Die Anstrengungen, die heute im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung unternommen werden, sind im Blick auf die Größe des Problems und die gemeinsame menschliche Verantwortung noch immer unzureichend. Dies umso mehr als diese Bemühungen gleichsam im Wettlauf mit einer sich vertiefenden ökologischen Krise stattfinden, die die Möglichkeiten der Nahrungsmittelproduktion einzuschränken droht, was vor allem auch angesichts einer weiter wachsenden Weltbevölkerung dringend Lösungen verlangt. In dieser Situation braucht es sowohl strukturethische Maßnahmen wie auch ein profundes ethisch motiviertes Umdenken vieler Einzelner, um den Hunger, unter dem Menschen auch heute grausam leiden, zu besiegen und das tägliche Brot für alle sicher zu stellen.

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