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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Unsere aktuelle Ausgabe 2/2019 zum Thema
«GRENZEN ÜBERSCHREITEN »
mit folgenden ausgewählten Beiträgen:
Editorial
Christian Stoll
CHRISTENTUM ZWISCHEN GRENZZIEHUNG UND GRENZÜBERSCHREITUNG

Das deutsche Wort «Grenze» hat ein vergleichsweise weites Bedeutungsfeld. Als Lehnwort (von altslawisch «granica») vereint es in sich zwei Bedeutungskreise, die in den romanischen Sprachen und auch im Englischen mit zwei verschiedenen Begriffen bezeichnet werden: Da ist zum einen die Grenze im politischen und geographischen Sinn, die Staaten oder Naturräume voneinander trennt; sie trägt in anderen Sprachen ganz unterschiedliche Bezeichnungen (il confine, la frontière, border). Zum anderen wird «Grenze» im Deutschen auch im übertragenen Sinne gebraucht, sowohl in der Alltagssprache («die Grenzen meiner Kräfte») als auch in Wissenschaften wie der Mathematik, der Philosophie und den Geistes- und Kulturwissenschaften. Für diesen Bedeutungskreis greifen viele andere europäische Sprachen auf das Lateinische limes zurück (il limite, la limite, limit). «Grenze» ist also beides, «border» und «limit», «frontière» und «limite» und verbindet so den politisch-geographischen und den wissenschaftlich-kulturellen Bereich miteinander.

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Leseprobe 1
Hans Schelkshorn
DIE OBSESSION DER GRENZÜBERSCHREITUNG
Zur Krise der Moderne

Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragIn der westlichen Weltöffentlichkeit breitet sich seit Längerem eine apokalyptische Stimmung aus. Völlig unterschiedliche Ereignisse wie das Schmelzen der arktischen Eismassen, die Exzesse des Finanzsystems oder die Infragestellung moderner Demokratie durch einen neuen Autoritarismus werden zumindest unterbewusst als Vorboten einer umfassenden Krise des modernen Weltsystems wahrgenommen. Gewiss, die Klage über Ambivalenzen der Moderne bestimmt die Aufklärung seit ihren Anfängen. Während Turgot und Condorcet das 18. Jahrhundert als das «Zeitalter der Vernunft» priesen, sah bereits Jean-Jacques Rousseau gerade im Zivilisationsprozess die Quelle fortschreitenden Unglücks. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert deckten Marx und neomarxistische Schulen die Widersprüche zwischen den Idealen der Aufklärung und der Logik kapitalistischer Marktwirtschaft schonungslos auf. Im Umfeld des 2. Weltkriegs etabliert sich in der europäischen Philosophie in den Spuren von Nietzsche eine machttheoretische Kritik der Moderne, in der die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und die ökologische Krise nicht mehr auf die mangelnde Verwirklichung von Vernunft, sondern auf ein der Aufklärung selbst inhärentes Machtsyndrom zurückgeführt werden. Während Martin Heidegger den Machtwillen des neuzeitlichen Subjekts bei Descartes2 festmacht, sehen Horkheimer und Adorno den Ursprung der aktuellen Krise bereits bei Francis Bacon angelegt. «Trotz seiner Fremdheit zur Mathematik hat Bacon die Gesinnung der Wissenschaft, die auf ihn folgte, gut getroffen […] Das Wissen, das Macht ist, kennt keine Schranken, weder in der Versklavung der Natur noch in der Willfährigkeit gegen die Herren der Welt.»3

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Leseprobe 2
Józef Niewiadomski
KATHOLIZITÄT UND NATION
Zur Dramatik der Grenzüberschreitungen

Besser konnte die Stunde nicht gewählt gewesen sein. Am 18. November 1965 überschreiten die polnischen Bischöfe mutig eine der wichtigsten Grenzen nationaler Identität des Nachkriegspolens. Die im Zweiten Vatikanischen Konzil hautnah erlebte Erfahrung der Katholizität sensibilisierte sie für die Notwendigkeit, aber auch die Chance der Heilung einer schmerzhaften Wunde im kollektiven Gedächtnis des polnischen Volkes. Schon die im 18. Jahrhundert erfolgten Teilungen Polens, vor allem aber die Zeit und die Verbrechen des Nationalsozialismus generierten im polnisch-nationalen Bewusstsein die Kategorie der generationenübergreifenden Feindschaft zwischen Deutschen und Polen. Das Bild des «hässlichen Deutschen», das in den Darstellungen der grölenden SS-Soldaten im Nachkriegspolen fast allgegenwärtig war, hielt nicht nur die Erinnerungen an die Bedrohung des Krieges wach, es stimulierte Hassgefühle und konnte deswegen von der kommunistischen Propaganda als nationalistisches Bindeglied instrumentalisiert werden. Dies umso mehr, als es auf realpolitischer Ebene ein «heißes Eisen» gab. Die «Oder-Neiße-Grenze» spaltete die Wahrnehmung in Politik und Kirche. Der staatlich verordneten Rhetorik der «wiedergewonnenen Gebiete», deren Bedeutung für die polnische Innenpolitik der Nachkriegszeit kaum überschätzt werden kann, stand der nicht eindeutige kirchliche Status gegenüber: In den «ehemals deutschen Bistümern» residierten polnische Administratoren, die deutschen Katholiken sahen in den vom Vatikan für sie ernannten Kapitularvikaren die rechtmäßigen kirchlichen Hierarchen der «ehemaligen deutschen Gebiete».

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Leseprobe 3
Klaus von Stosch
WECHSELSEITIG AUFGEHOBEN?
Zum jüdisch-katholischen Verhältnis nach den jüngsten Debatten um Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

1. Anstöße zum Neuaufbruch

Die jüngsten Einlassungen von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. zum Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum haben einen wichtigen theologischen Klärungsprozess angestoßen, den ich mit diesem Beitrag fortsetzen möchte. Bevor ich hier in die eigentliche Auseinandersetzung eintrete, seien drei Punkte vorweg festgehalten, die mir jeweils wichtige Denkanstöße zu implizieren scheinen.

Ein erster Punkt, der in der bisherigen Debatte immer wieder herausgestellt wurde: Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. affirmiert ohne jede Einschränkung die Aussage vom nie gekündigten Bund Gottes mit Israel, die Johannes Paul II. in Mainz am 17.11.1980 entwickelt hat. Er will diese Rede einfach nur theologisch so präzisieren, dass sie gegen Kritik wasserdicht ist. Dabei ist ihm wichtig, dass die Rede von der Unkündbarkeit des Bundes nur aus Gottes Perspektive gilt. So sehr Gottes Wahl unzerstörbar ist und bleibt, so sehr ist die menschliche Antwort – Israels wie auch der Kirche – «zugleich durch das ganze Drama menschlichen Versagens mitbestimmt». Aus biblischer Sicht übergeht Gott aber nicht einfach die menschliche Antwort. Gott will seine Treue und Liebe mit uns zusammen verwirklichen und kann sie nicht ohne uns heilsame Wirklichkeit werden lassen. «Die Liebe Gottes kann nicht einfach das Nein des Menschen ignorieren. Es verletzt ihn selbst und so notwendig auch den Menschen.»

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