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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
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Dipl.-Theologe, Musiker

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Vorabveröffentlichung aus IKaZ Communio 6/2018
BRIEFWECHSEL BENEDIKT XVI. – RABBI ARIE FOLGER
August 2018


Editorische Notiz

«Gnade und Berufung ohne Reue» – unter diesem Titel ist in Heft 4/2018 der Zeitschrift Communio ein Artikel von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. erschienen, der in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde. Er befasst sich mit der Frage, wie – 50 Jahre nach Nostra Aetate – der Dialog mit den Juden theologisch vertieft werden kann. In dem Beitrag hat der Autor im Wesentlichen zwei Argumente vorgelegt:

  1. Die Kritik an der Substitutionstheorie, der zufolge die Kirche an die Stelle Israels getreten sei, ist sachlich notwendig; allerdings ergibt sich ein differenzierteres Bild, wenn man die einzelnen Elemente in den Blick nimmt, von denen in der Bibel die Rede ist – den Tempelkult, die Kultgesetze, Recht und Moral, die Messiasfrage sowie die Landverheißung. Diese Differenzierung will den Neubeginn, den das Zweite Vatikanische Konzil im Verhältnis zum Judentum vor allem durch seine Rückbesinnung auf die Heilige Schrift, aber auch durch die selbstkritische Aufarbeitung des Antijudaismus eingeleitet hat, fortführen und vertiefen.
  2. Die Rede vom ungekündigten Bund, die im Anschluss an Röm 9–11 entwickelt wurde, stellt zu Recht die unverbrüchliche Treue Gottes heraus, kann aber durch Einbeziehung der biblischen Bundestheologie an Orientierungskraft gewinnen, wenn sie das Drama menschlicher Schuld mit der Gnade und Gerechtigkeit Gottes vermittelt. Daher empfiehlt es sich, auf christlicher Seite die Sprache des Apostels Paulus aufzunehmen, dass Gott seine Gnade nicht reut.

Der Aufsatz Joseph Ratzingers / Benedikts XVI. hat vielfältige, teils kritische Resonanz hervorgerufen. Überdies ist er zum Gegenstand eines aktuellen jüdisch-christlichen Dialoges geworden. Der Wiener Oberrabbiner Arie Folger hat in der «Jüdischen Allgemeinen» eine Replik veröffentlicht, auf die Benedikt XVI. in einem persönlichen Brief ausführlich geantwortet hat. Rabbi Folger hat darauf seinerseits reagiert und Übereinstimmungen, aber auch klärungsbedürftige Überhangfragen festgehalten. Die Korrespondenz zwischen dem emeritierten Papst und dem orthodoxen Rabbiner zeigt, dass der christliche Traktat De Iudaeis nur gewinnen kann, wenn er für das Gespräch cum Iudaeis offen ist. Wir danken beiden Gesprächspartnern, dass sie der Veröffentlichung der Korrespondenz zugestimmt haben. Die Schriftleitung erhofft sich durch die Dokumentation des Briefwechsels eine konstruktive Weiterführung der Debatte. Die Zeitschrift Communio wird das Thema einer christlichen Theologie Israels und die Vertiefung des jüdisch-christlichen Dialoges weiterverfolgen.

Jan-Heiner Tück
(Schriftleitung)



HERRN OBERRABBINER ARIE FOLGER, MBA
Israelitische Kultusgemeinde Wien

Vatikanstadt, 23.8.2018

Sehr geehrter Herr Rabbi Folger!

Professor Tück von der Universität Wien hat mir Ihren Beitrag «Gefahr für den Dialog» zugesandt, und ich kann Ihnen für diesen wichtigen und sachlich weiterführenden Beitrag nur sehr herzlich danken.

Sie haben zunächst das Genus meines Textes erklärt. Er ist ein Dokument für den theologischen Disput zwischen Juden und Christen um das rechte Verständnis der Verheißungen Gottes an Israel: Das Christentum gibt es überhaupt nur, weil nach der Zerstörung des Tempels und im Anschluß an Leben und Sterben Jesu von Nazareth sich um Jesus eine Gemeinschaft gebildet hat, die überzeugt war, daß die hebräische Bibel als Ganze von Jesus handle und auf ihn hin auszulegen sei. Diese Überzeugung wurde aber von der Mehrheit des jüdischen Volkes nicht geteilt. So ist der Disput darüber entstanden, ob die eine oder die andere Auslegung richtig sei. Leider ist dieser Disput von Seiten der Christen häufig oder fast immer nicht in der gebotenen Ehrfurcht für die andere Seite geführt worden. Statt dessen hat sich die traurige Geschichte des christlichen Antijudaismus gebildet, die schließlich in den antichristlichen Antijudaismus der Nazis mündet und mit Auschwitz als traurigem Höhepunkt vor uns steht.

Inzwischen ist es wichtig, daß der Dialog über die rechte Auslegung der Bibel des jüdischen Volkes zwischen den beiden Gemeinschaften weitergeführt wird, deren Glaube auf dieser Auslegung beruht. Eine wichtige methodische Grundlage für diesen Dialog bildet das Dokument der Päpstlichen Bibelkommission «Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel» vom 24.5.2001, das ich in meinen Darlegungen als methodische Grundlage voraussetze. Nach menschlicher Voraussicht wird dieser Dialog innerhalb der weitergehenden Geschichte nie zu einer Einheit der beiden Interpretationen führen: Das ist die Sache Gottes am Ende der Geschichte. Inzwischen bleibt es beiden Seiten aufgetragen, um die rechte Erkenntnis zu ringen und die Auffassung der je anderen Seite ehrfürchtig zu bedenken. Der zentrale Inhalt des Gesprächs werden die großen Verheißungen Gottes an Israel sein, die ich in meinem Beitrag in folgenden Stichworten zusammengefaßt habe: die messianische Hoffnung Israels; das Land; der Bund; die ethische Weisung und die rechte Verehrung Gottes. Lassen Sie mich bitte noch einmal kurz andeuten, was ich zum christlichen Verständnis dieser Themen in meinem Paper vorzutragen versucht habe:

  1. Natürlich wird die messianische Verheißung immer kontrovers bleiben. Dennoch glaube ich, daß es Fortschritte im gegenseitigen Verstehen geben kann. Ich habe versucht, das Ganze der messianischen Verheißungen in ihrer Vielgestalt neu aufzufassen und damit das Schon und Noch-Nicht der Hoffnung in ihrer inneren Durchdringung neu zu verstehen. Die auf die Gestalt Davids gründende Form der messianischen Erwartung bleibt gültig, aber wird in ihrer Bedeutung eingeschränkt. Die maßgebende Hoffnungsgestalt ist für mich Mose, von dem die Schrift sagt, er habe mit dem Herrn wie ein Freund von Gesicht zu Gesicht gesprochen. Jesus von Nazareth erscheint uns Christen als die zentrale Hoffnungsgestalt, weil er mit Gott auf Du und Du steht. Von dieser neuen Sicht her erscheint die Zeit der Kirche nicht als Zeit einer schon endgültig erlösten Welt, sondern die Zeit der Kirche ist für die Christen das, was für Israel die vierzig Wüstenjahre waren. Ihr wesentlicher Inhalt ist demnach die Einübung in die Freiheit der Kinder Gottes, die für die «Völker» nicht minder schwierig ist, als sie für Israel gewesen war. Wenn man diese neue Sicht der Zeit der Völker annimmt, wird eine Theologie der Geschichte angeboten, die die Juden wohl nicht als solche annehmen können, aber vielleicht doch eine neue Stufe im gemeinsamen Ringen mit unserem Auftrag bieten kann.
  2. Eine angemessene Interpretation der Landverheißung ist heute im Kontext mit der Entstehung des Staates Israel für alle Seiten lebenswichtig. Ohne alles das zu wiederholen, was ich in meinem Text gesagt habe, möchte ich die nicht nur für Christen wichtige These wiederholen, daß der Staat Israel als solcher nicht theologisch als die Erfüllung der Landverheißung eingestuft werden kann, sondern an sich ein säkularer Staat ist, der freilich durchaus religiöse Grundlagen hat. Für die Väter des Staates Israel – Ben Gurion, Golda Meir usw. – war ganz klar, daß der Staat, den sie geschaffen haben, ein säkularer Staat sein mußte – einfach schon, weil er nur so überleben konnte. Ich glaube, daß die Entwicklung der Idee des säkularen Staats wesentlich auch jüdischem Denken zu verdanken ist, wobei säkular nicht antireligiös bedeutet. Der Heilige Stuhl konnte diplomatische Beziehungen zum Staat Israel nur unter dieser Voraussetzung aufnehmen. Und der Disput mit den Arabern sowie die Suche nach einem friedlichen Zusammenleben mit ihnen sind ebenfalls an diese Auffassung gebunden. Es ist, glaube ich, nicht schwer zu sehen, daß sich so in der Entstehung des Staates Israel doch auf eine geheimnisvolle Weise die Treue Gottes zu Israel erkennen läßt.
  3. In Sachen Moral und Kult können wir meines Erachtens heute eine viel größere Zusammengehörigkeit von Israel und Kirche erkennen als bisher. Das ganze Thema ist seit dem Beginn der Neuzeit überschattet von dem antijudaistischen Denken Luthers, für den das Nein zum Gesetz seit dem Turmerlebnis wesentlich war. Dieses Erlebnis, das für ihn existenzprägend war, hat sich mit dem Denken Markions verbunden und einen pseudoreligiösen Markionismus hervorgebracht, mit dem der Streit noch nicht wirklich aufgenommen worden ist. Mir scheint, daß gerade in diesem Punkt wichtige Möglichkeiten für ein erneuertes Gespräch mit dem Judentum liegen.

Sehr geehrter Herr Rabbi, ich bin zu lang geworden und bitte Sie um Entschuldigung dafür. Mit meinem nochmaligen Dank für Ihren Text bin ich

Ihr
Benedikt XVI.



PAPA EMERITUS BENEDIKT XVI.
JOSEPH RATZINGER

Wien, 24. Elul 5778 – 4. September 2018

Hohe Eminenz,

ich danke Ihnen für Ihren Brief vom 23. August 2018, der mich via Email über Monsignore Georg Gänswein und Prof. Jan-Heiner Tück am 30. des Monates erreicht hat.

Ich habe Ihren Brief und die Thesen, die darin enthalten sind, mit großem Interesse gelesen. Mehr als Ihr Artikel in Communio, der so wie Sie und ich im gegenseitigen Einverständnis betonen, ein innerchristliches Dokument ist, beinhaltet Ihr Brief Thesen, die im jüdisch-christlichen Dialog tatsächlich ein Wegweiser sein können.

Zuallererst möchte ich mein volles Einverständnis mit Ihrem dritten Punkt äußern. Ja, Juden und Katholiken sind in dieser Zeit insbesondere aufgerufen, sich zusammen für den Erhalt der moralischen Standards im Westen einzusetzen. Der Westen wird immer säkularer – während eine wachsende Minderheit ihre Religion und religiöse Pflichten wieder ernst nimmt – und die Mehrheit wird zuletzt zunehmend intolerant gegenüber Religion, religiösen Menschen und religiöser Praxis. Da können und sollen wir öfter zusammen auftreten. Gemeinsam können wir viel stärker sein, als vereinzelt.

Zudem haben wir gemeinsame Werte und schätzen beide die hebräische Bibel. Auch wenn wir mehrere Stellen anders interpretieren, haben wir hier ein gemeinsames Fundament.

Außerdem vertreten wir beide solche Konfessionen, die eine politisch große Toleranz zeigen und befürworten. Natürlich gibt es in jeder Konfession auch Extremisten, aber als Mitglied der Europäischen Rabbiner-Konferenz, der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland und des Rabbinical Council of America, alles namhafte orthodox-jüdische Organisationen, kann ich bestätigen, dass es uns wichtig ist, sich für eine tolerante Gesellschaft einzusetzen, und dass wir immer entsetzt sind, wenn ein Fanatiker aus den eigenen Reihen sich anders äußert oder benimmt. Ich glaube, dass das gleiche für die katholische Kirche gilt. Und deshalb sind es eben solche Religionsvertreter wie unsere Kollegen und wir, die sich für eine vielfältige tolerante Gesellschaft einsetzen müssen, in der auch religiöse Menschen und ihre Anliegen respektiert, und religiöse Ideen weiterhin den öffentlichen Diskurs mitbestimmen können.

Ihren zweiten Punkt betrachte ich als wichtiges Thema für den jüdischchristlichen Dialog. Wie wir zwischen den Zeilen in unserem Dokument Zwischen Jerusalem und Rom schrieben, verstehen wir, dass es der Kirche wesentlich leichter fiel, diplomatische Beziehungen mit einem säkularen Staat Israel aufzunehmen. Und ja, es scheint leichter, Kompromisse zugunsten der Palästinenser zu treffen, wenn der Staat sich säkular versteht. Aber Sie schreiben selbst, dass auch ein säkularer Staat nicht vom Segen G“ttes ausgeschlossen ist, und dass er den ewigen Bund mit dem jüdischen Volk bestätigt. Damit ist die Distanz zwischen unseren jeweiligen Positionen sicher kleiner geworden.

Hier möchte ich betonen, dass das Gebilde des demokratischen Staates Israels zwar ein weltliches säkulares Gebilde ist, wie Sie schreiben, aber, dass es allerwenigstens für die massive Rückkehr von Juden aus der ganzen Welt nach Zion religiös nicht unbedeutend sein kann. Kardinal Koch hat uns übrigens (fünf Rabbiner, die einen offenen Brief an ihn richteten) in einem Brief vorgeschlagen, dass wir einander treffen, um dieses Thema zu besprechen, was wir gerne aufnehmen werden. Soeben haben wir einen Brief redigiert, der ihn diesbezüglich erreichen wird. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, würde ich es sehr begrüßen, wenn wir uns in Rom zu einem persönlichen Gespräch treffen könnten.

Und nun zu Ihrem ersten Punkt. Obwohl ich als Schüler mehrerer Schüler von Rabbiner Joseph Ber Soloveitchik eine wesentlich größere Zuneigung zu Ihrem dritten Punkt (sich engagieren, um die moralischen Sensibilitäten der Gesellschaft zu fördern, und um religiöse Menschen und ihre Religionsfreiheit besser zu schützen) finde, als zum theologischen Dialog, den Rav Soloveitchik eher ablehnte, erscheint mir Ihre Einladung potentiell einflussreicher, da sie auf ein bescheideneres Ziel hingerichtet ist, insofern Sie nicht einen Dialog befürworten, in dem wir einander zu überzeugen versuchen, sondern einen Dialog, um einander besser zu verstehen. Ich finde insbesondere Ihre Aussage «Nach menschlicher Voraussicht wird dieser Dialog innerhalb der weitergehenden Geschichte nie zu einer Einheit der beiden Interpretationen führen: Das ist die Sache Gottes am Ende der Geschichte» wichtig, da damit ein Zeichen gesetzt wird, dass der Dialog Verständnis und Freundschaft fördern soll, nicht aber dazu gedacht ist, zu missionieren oder um theologische Punkte zu verhandeln.

Gestatten Sie mir bitte, ein Thema Ihres Artikels in Communio wieder aufzunehmen, nämlich den ungekündigten Bund. Wie ich in meinem Beitrag in der Jüdischen Allgemeine schrieb, habe ich volles Verständnis dafür, dass Christen den Pfeilern ihres Glaubens treu bleiben wollen. Deshalb nannte die Päpstliche Kommission für die religiösen Beziehungen mit den Juden diesen ungekündigten Bund ein Mysterium. In Ihrem Artikel versuchen Sie sich mit dem Spannungsfeld dieses Mysteriums auseinanderzusetzen. Hier möchte ich – nicht überaschenderweise – betonen, wie wichtig die These des ungekündigten Bundes für die Bekämpfung des Antisemitismus ist. In vergangenen Jahrhunderten haben manche Christen viel Leid, das Juden angetan wurde, eben mit der These des doch gekündigten Bundes gerechtfertigt. Ich würde es mir nicht anmaßen, von einer anderen Glaubensgemeinschaft zu verlangen, ihre Doktrinen so oder anders zu interpretieren.

Wegen des realen Leids, das aber in der Vergangenheit aus diesem Grund Juden durch Christen angetan wurde, muss ich hier eine Ausnahme machen und eben darum bitten, diese gegenübergestellte These, die nun in der Kirche hochgehalten wird, nämlich die des ungekündigten Bundes – eine These die ja aus Ihrer Sichtweise nie anders gewesen sein durfte – zu stärken.

In Communio argumentieren Sie, dass die Kirche nie an eine Substitutionstheorie geglaubt hat. Als emeritierter höchster Vertreter der katholischen Kirche dürfen Sie so argumentieren. Es hat sogar eine große Bedeutung, die historisch teilweise neuen Absichten tief in der Vergangenheit und in den ältesten Lehren zu verankern. Dabei gilt aber, die Verbrechen der Vergangenheit, auch wenn sie nun als christlich untreu eingestuft werden, die aber von Christen im Namen des Christentums begangen wurden, nicht zu vergessen. Heute erinnern die Judensäue an deutschen Kirchen und die Statuen von Ecclesia und Synagoga an der Fassade der Kathedrale von Straßburg (und an vielen anderen Orten) sowohl an eine dunkle Vergangenheit als auch an die heutigen friedlichen und freundlichen Verhältnisse, die damit in Kontrast stehen, und das darf so sein. Was nicht sein darf, ist die Geschichte zu vergessen und zu behaupten, dass alles eigentlich doch immer gut gewesen sei, weil die Täter angeblich theologisch falsch lagen. Ich maße es mir nicht an, zu behaupten, Sie würden die Geschichte vertuschen wollen, nein, G“tt behüte! Aber es würde uns Juden viel bedeuten, zusammen mit Ihrer These, dass die Kirche nie eine Substitution des jüdischen Volkes beanspruchen durfte, auch anerkannt zu sehen, dass in bestimmten Zeiten viele Christen dennoch an einer Substitutionstheorie – also gegen die reine Lehre der Kirche – festhielten und unzähliges Leid damit rechtfertigten.

In der Hoffnung, dass unsere Korrespondenz – und mit «unsere» schließe ich auch die unserer jeweiligen Kollegen ein – helfen wird, den Dialog zu stärken und zu vertiefen, und daraus Taten für eine bessere Gesellschaft wachsen werden, verbleibe ich.

Wir feiern in wenigen Tagen Rosch haSchana, das wir unter anderem als Jubiläum der Erschaffung von Adam, also als universelles Menschenfest verstehen. Dazu wünsche ich Ihnen Schana towa umtuka, ein gutes und süßes Jahr, für Juden, Christen und für alle Menschen.

Mit freundlichen Grüßen,
Arie Folger, Oberrabbiner von Wien



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