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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 3
Herbert Meier
Brief an die Schauspieler
Ich weiß, Sie sind entschlossen, Paul Claudel für das Theater neu zu entdecken. Der Augenblick ist günstig. Denn mittlerweile haben sich die Vorurteile über ihn, die seit den Pariser Unruhen 1968 in der Luft lagen, verflüchtigt. Heute scheint man zu wissen, wie dialektisch austauschbar Ideologien sind. Die meisten haben ihre alten Brillen, durch die sie Dramatiker wie Brecht und Claudel zu sehen gewohnt waren, abgelegt. Allein schon bei einem neuen, offenen Lesen ihrer Stücke zerfallen vorgeprägte Ansichten und Urteile.

Übrigens hat sich der «marxistische» Brecht einmal ironisch als den «letzten römischkatholischen Kopf» benannt. Indessen entlarvt der «erzkatholische» Claudel in seinem Stück «Das harte Brot» den Kapitalismus radikaler als Brecht eine kirchliche Ideologie in seinem «Leben des Galilei». In Frankreich hat Bernard Sobel, bekennender Marxist, 2001 «L’Otage» («Die Geisel») inszeniert und im Programmbuch einiges aus dem «Kommunistischen Manifest» zitiert. Olivier Py, praktizierender Katholik, brachte 2003 in Straßburg den «Seidenen Schuh» ungekürzt auf die Bühne. Eine Wiederentdeckung des großen Dramatikers ist im Gange. Zur selben Zeit wie Olivier Py hat Stefan Bachmann in Basel mit meiner Neuübersetzung (Paul Claudel, Der seidene Schuh. Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg i.Br. 2003) das Gleiche gewagt und Claudel für das deutsche Theater in ein neues Licht gerückt. Nun unternehmen Sie mit ihm ein ähnliches Wagnis, Sie spielen alle drei Stücke der «Trilogie» an einem Abend. Der Dichter selbst hatte 1920 dem Pariser Theatermann Jacques Copeau vorgeschlagen, die ganze «Trilogie der Coûfontaine» aufzuführen. Es kam damals nicht dazu. [...]


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