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Direktor der Katholische Akademie in Berlin e.V.
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Professorin für Katholische Theologie und Religions-pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
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Professor für dog-
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Leseprobe 3
Martin Mosebach / Holger Zaborowski
Dem Stoff der Geschichte Gestalt geben
Ein Gespräch Holger Zaborowskis mit Martin Mosebach
H. Zaborowki:
Sehr geehrter Herr Mosebach, Sie werden heute zu Ehren Robert Spaemanns über Kunst und den Künstler sprechen – dabei aber nicht die «Person», sondern die «Unperson» des Künstlers in den Blick nehmen. Was haben wir uns darunter vorzustellen?

M. Mosebach:
Mein Vortrag heißt «Der Künstler – die Unperson». In ihm entwickle ich verschiedene Betrachtungen – über unpersönliche Kunst, über Kunst, in der es um Zurückdrängung der eigenen Person geht, über anonyme Kunst oder über Kunst, in der der Künstler sich ganz bewusst nur als Sprachrohr, nur als Gefäß versteht – Kunst, die nicht Ausdruck einer Persönlichkeit ist.

H. Zaborowki:
Sehen Sie das als Ihr eigenes literarisches Programm und auch als Gegenprogramm zu einem Verständnis von Kunst, das in der Moderne und Postmoderne sehr weit verbreitet ist, in dem oft die Persönlichkeit des Künstlers im Vordergrund steht und der Künstler oft selbst zum ausschließlichen Gegenstand der Kunst wird?

M. Mosebach:
Ich würde dies nicht als Programm sehen. Es geht mir eigentlich um eine Anthropologie der Kunst. In einem dieser kleinen Stückchen frage ich mich: «Was ist Kunst?» und komme dann zu dem zunächst dreisten Axiom: «Kunst ist das, was ein Künstler macht.» Nun könnte man das ebensogut auch umdrehen: «Ein Künstler ist, wer Kunst macht.» Anhand dieser beiden Sätze versuche ich – nur andeutungsweise, es ist keine große wissenschaftliche Untersuchung – zwei verschiedene Typen des Künstlertums darzustellen. Zum einen gibt es den Künstler als Persönlichkeit: «Kunst ist, was ein Künstler macht.» Der Künstler ist die Person, nach der all das, was er hervorbringt, zur Kunst wird. In ihm liegt die Kunst. Er ist dieser eruptive Vulkan. Seine Persönlichkeit bedarf der neuen Sprache, der neuen Formen, um sich auszudrücken. Dem entgegengesetzt ist die Kunst, die den, der sie hervorbringt, erst zum Künstler macht. Dieser Künstler fängt nicht als Künstler an, sondern erfährt sich erst, nachdem er Kunst hervorgebracht hat, als Künstler. Die Kunst ist dann etwas Größeres als der Künstler. Er findet die Welt vor, er empfindet sich selbst aber als leer. Er findet den Reichtum außen und die Fülle dessen, was beim Namen gerufen werden muss, vorgegeben. Seine Muttersprache liegt vor ihm. Sie muß überhaupt erst einmal erkannt werden in ihrer Unausschöpfbarkeit. Und Kunstwerke gibt es in großer Menge, die er schon vor sich sieht. [...]


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