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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
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Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 2
Volker Leppin
Lehrer, Typus, Exempel
Facetten von Martin Luthers Paulusbild
Die Frage nach dem Verhältnis Luthers zu Paulus ist so umfassend, dass jede Antwort hierauf nur verkürzend ausfallen kann – oder, positiv gewendet: Man kann einige wenige Facetten dieses Verhältnis herausgreifen und dies mit der Hoffnung verbinden, dass sie zu einem Gesamtbild vom Verständnis des Apostels in der christlichen Tradition beitragen – auch und gerade deswegen, weil Luthers Protest gegen die Kirche des Mittelalters zu guten Teilen im Namen des Paulus geschah. Es ist dabei offenkundig, dass das tradierte evangelische Selbstverständnis, durch Luther und die Reformation das genuine Verständnis des Paulus wiedergewonnen zu haben, heute neu hinterfragt werden muss: Schon der Nachweis von Werner Georg Kümmel, dass Röm 7 exegetisch anders zu verstehen sei, als Luther dies getan hat, hat innerhalb der evangelischen Theologie zu einer gewissen Verunsicherung geführt. Neuerdings steht noch ein anderes, möglicherweise noch gewichtigeres Problem auf der Agenda: die Auslotung der Folgen der «New Perspective» für eine Einordnung von Luthers Paulus-Verständnis. Auch dies deckt aber nur einen Teil der für das Verhältnis des Reformators zum Apostel relevanten Aspekte ab. Nähert man sich Luther aus biographischer Perspektive, so treten ganz andere Momente in den Vordergrund: Paulus war für Luther offenkundig mehr als der theologische Denker, dem er seine zentralen Einsichten verdankte: Er war auch Vorbild, Typus im eigentlichen Sinne, und Exempel des göttlichen Heilshandelns.

1. Paulus, der Wegbereiter reformatorischer Theologie


In der Erinnerung war es für Luther klar: «Ich war von einer wundersamen Leidenschaft gepackt worden, Paulus in seinem Römerbrief kennenzulernen, aber bis dahin hatte mir nicht die Kälte meines Herzens, sondern ein einziges Wort im Wege gestanden, das im ersten Kapitel steht: ‹Die Gerechtigkeit Gottes wird in ihm (d.h. im Evangelium) offenbart›. Ich hasste nämlich dieses Wort ‹Gerechtigkeit Gottes›, das ich nach dem allgemeinen Wortgebrauch aller Doktoren philosophisch als die sogenannte formale oder aktive Gerechtigkeit zu verstehen gelernt hatte, mit der Gott gerecht ist, nach der er Sünder und Ungerechte straft.

»So berichtet er in seinem berühmten großen Selbstzeugnis von 1545 in der Vorrede zu seinen lateinischen Werken und setzt mit der Schilderung fort, wie ihm schlagartig deutlich wurde, dass hier nicht von der iustitia activa die Rede war, sondern von der iustitia passiva, durch die Gott die Menschen durch den Glauben rechtfertigt; von hier aus wurden ihm dann auch viele andere Schriftstellen deutlich.

Die scheinbare Klarheit dieser Schilderung ist freilich der Forschung des 20. Jahrhunderts und ihrem genauen Blick zerbröselt: Weder ist der Zeitpunkt, über den Luther hier spricht, ganz klar, noch lässt sich der Inhalt ohne Weiteres mit den Äußerungen der durch unterschiedliche mögliche Zeitpunkte bestimmten Spanne korrelieren: Die Rede von der iustitia passiva findet sich erstmals 1525, gewiss lange nachdem Luther zur reformatorischen Erkenntnis gelangt ist. [...]


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