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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
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Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 3
Karl-Heinz Menke
Die traditionalistischen Wurzeln der Piusbruderschaft
Wenn man die fast lückenlos dokumentierten Ansprachen, Referate und Verlautbarungen des Gründers der Piusbruderschaft durchforstet, fällt auf, dass er sich selbst und die von ihm gegründete Gemeinschaft nicht nur traditionstreu, sondern auch «traditionalistisch» nennt. Das ist bemerkenswert, weil Traditionalismus und Ontologismus durch eben die Päpste verurteilt wurden, die Marcel Lefebvre als Felsen des rechten Glaubens den häretischen Päpsten Johannes XXIII. , Paul VI. und Johannes Paul II. gegenüberstellt . Offensichtlich unterscheidet Lefebvre zwischen dem Traditionalismus der Piusbruderschaft und dem Traditionalismus, der im 19. Jahrhundert mehrfach verurteilt wurde. So erklärt sich, dass er in seiner Eigenschaft als Haupt der Piusbruderschaft zwar die Grundpositionen des französischen Traditionalismus übernimmt, aber die Werke von Joseph Marie Comte de Maistre (1753-1821), Louis Gabriel Ambroise Comte de Bonald (1754-1840) oder Charles Maurras (1868-1952) nur selten zitiert.

Die folgenden Ausführungen skizzieren in einem ersten Schritt die Grundpositionen des von Lefebvre vertretenen Traditionalismus, erweisen in einem zweiten Schritt deren Verwurzelung in den Theorien von de Maistre und de Bonald und schließen mit einem Vergleich zwischen dem Traditionsverständnis der Piusbruderschaft und dem des französischen Denkers Maurice Blondel (1861-1949), der die unselige Alternative zwischen Rationalismus und Traditionalismus, zwischen Intrinsezismus und Extrinsezismus überwunden und der Offenbarungskonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils den Weg bereitet hat.

1. Die Grundpositionen des von Marcel Lefebvre vertretenen Traditionalismus

Ohne irgendwo auf den Zusammenhang von Nominalismus und Reformation einzugehen, bezeichnet Marcel Lefebvre «die neuzeitliche Wende zum Subjekt» als Frucht des Protestantismus. Luther – so betont er – versteht die Wahrheit des Christentums nicht mehr als eine objektive, durch die Kirche definierbare Wirklichkeit, sondern als Erfahrung des Rechtfertigungsgeschehens durch den je einzelnen Gläubigen. In einem am 29.12.1975 in Barcelona gehaltenen Vortrag sagt Lefebvre: Der Protestantismus ist «seiner Natur nach liberal und aus ihm sind die Philosophen des 18. Jahrhunderts hervorgegangen: Voltaire, Rousseau, Diderot und alle jene, die sich zum Sprachrohr einer liberalen Philosophie machten». [...]


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