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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 2
Adel Theodor Khoury
Der Koran und die Bibel
Der Koran, das heilige Buch des Islams, ist die Sammlung der nach islamischem Glauben dem Propheten Muhammad von Gott offenbarten Mitteilungen. An mehreren Stellen sagt er deutlich, dass er eine Verbindung zur Bibel hat: Er nennt die Juden und die Christen die «Leute des Buches», d.h. die Menschen, denen die Tora und das Evangelium von Gott her zugekommen sind. Er betont an mehren Stellen, dass er offenbart worden ist zur Bestätigung dessen, was vor ihm vorhanden ist, nämlich die Tora und das Evangelium (vgl. 2,41.9.89.97.101; 4,47; 5,48; 6,92; 10,37; 12,111; 35,31). Mit den Juden, die in seiner unmittelbaren Umgebung (einige in Mekka, viele in Medina und den benachbarten Städten) wohnten, führt Muhammad im Koran sehr viele Streitgespräche. Auch mit den Christen hatte er viele Kontakte auf seinen Karawanenreisen nach Syrien und Palästina gehabt. Er kennt die christlichen Gemeinden im Norden, die christlichen arabischen Stämme an der Nordgrenze zu Syrien und zum Irak, er nennt die Christen des Jemen im Süden «die Gläubigen», die «an Gott glauben», er schickt muslimische Familien, um sie der Unterdrückung durch seine Gegner in Mekka zu entziehen, nach Abessinien und gibt ihnen als Botschaft für den Kaiser Abessiniens den ersten Teil der Sure 19 über Maria und Jesus. Er zeigt sich tief beeindruckt von der Lebensweise und der religiösen Weisheit der christlichen Mönche und lobt sie im Koran (57,27). Und er hört nach seiner prophetischen Berufung auf das Urteil des Vorstehers der christlichen Gemeinde in Mekka, Waraqa ibn Naufal, des Vetters seiner Frau Khadija. Trotz mancher strengen Auseinandersetzung mit ihnen über christologische Fragen und trotz des Befehls, sie der Herrschaft des Islams zu unterwerfen (9,29), nannte er sie zuletzt als diejenigen, die den Muslimen «in Liebe am nächsten stehen» (5,82). Beiden, Juden und Christen, räumt er das Recht und die Pflicht ein, nach den Rechtsbestimmungen der Tora bzw. des Evangeliums zu leben (5, 43-44 und 5,46-47).

Erzählungen über biblische Gestalten


An verschiedenen Stellen erwähnt der Koran die Propheten der biblischen Tradition, deren Predigt bzw. Legende ihm eindrucksvoll erscheint. Er erwähnt vor allem die großen Namen, die in seiner Umgebung besonders bekannt waren. An einer Stelle zählt er diese prophetischen Gestalten auf: «Wir gaben dir eine Offenbarung, wie Wir Noach und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten (auch) Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, Jesus, Ijob, Jonas, Aaron und Salomo. Und Wir ließen David eine Schrift zukommen» (4,163).
Die Höhepunkte der prophetischen Geschichte bilden verständlicherweise die Sendungen jener Propheten, die vor Muhammad als die Gründer einer bestimmten Religion, besser gesagt: einer bestimmten Gestalt der einen Offenbarungsreligion, gelten. Sie werden deswegen im Koran besonders hervorgehoben, weil sie als Vorgänger Muhammads betrachtet werden, oder anders ausgedrückt, weil Muhammad sich als einen von ihnen, als den letzten Gesandten dieser Reihe und seine eigene Botschaft als die Bestätigung der früheren Botschaften ansieht.

Abraham
Die Gestalt Abrahams nimmt in der Lehre des Korans2 eine sehr hohe Stellung ein. Denn Abraham ist das Vorbild aller Gläubigen (vgl. 2,124; 60,4.6). Abraham ist der Freund Gottes, das ist sein Ehrentitel im Koran (4,125) und in der islamischen Tradition. Er wurde von Gott rechtgeleitet und auserwählt (3,33). Gott gab ihm die Offenbarung (2,136; 4,163) und die Prophetie (4,163). Der Koran spricht sogar einmal von einer heiligen Schrift, die von Abraham hinterlassen worden sei (87,18-19). [...]


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