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Professor für dog-
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Leseprobe 1
Wilhelm Damberg
Die Katholiken und die Juden
Zur Vorgeschichte eines fundamentalen Paradigmenwechsels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
1. Einleitung

«Jesus war ein Jude!» Jesus war ein Jude? Kaum noch zu vermitteln ist heute die Verwirrung und Verunsicherung, die eine solche Aussage noch vor zwei oder drei Generationen unter Katholiken auslösen konnte. Nur schwer verständlich zu machen ist dies heute einer Generation von Katholiken, für die in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils und seiner Erklärung «Nostra Aetate» (1965), durch die das Lehramt eine epochale und fundamentale Neuorientierung gegenüber dem Judentum vollzog, das Wissen um eine enge Bezogenheit von Judentum und Christentum vielfach zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Umso größer war denn auch das Entsetzen, als unlängst im Kontext der Debatte um die Pius-Bruderschaft weiteren Kreisen bewusst wurde, dass es nach wie vor Gruppierungen gibt, die diesen konziliaren Weg, den der Besuch Papst Johannes Pauls II. in der römischen Synagoge (1986) besonders eindringlich zum Ausdruck brachte, als Bruch mit der Tradition ablehnten, auf gar keinen Fall mitgehen wollten und längst überwunden geglaubte Denkformen weiter transportierten.

Angesichts der vielleicht zu ungefährdeten Gewissheiten dürfte es ein wichtiges Anliegen sein, sich noch einmal die durch die ganze Kirchengeschichte tradierten antijudaistischen und teils auch – seit dem 19. Jahrhundert – antisemitischen Hypotheken vor Augen zu führen, die das Konzil mit «Nostra Aetate» zu überwinden hatte. Auch wenn die Geschichte von Christen und Juden durch die Geschichte hindurch nicht nur von Gewalt und Ausgrenzung bestimmt war, wie es manche Stereotypen wollen, so ist doch im Blick auf das Ganze unbezweifelbar, dass negative Deutungsund Handlungsmuster vorherrschten, die immer wieder auch in offene Aggression umschlagen konnten. Insofern ist der epochale Umbruch zu «Nostra Aetate» unbestreitbar: Ebenso wenig, wie es eine theologische Traditionslinie gab, die ganz ohne antijüdische Elemente war, konnte eine Wertschätzung des Judentums und der Juden auf ein gewachsenes theologisches System zurückgreifen. Freilich: Auch dieser Umbruch in den Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum hat eine Geschichte, die freilich noch ungeschrieben ist, womit eine große Zukunftsaufgabe der Historiografie des 20. Jahrhunderts bezeichnet ist.

Diese Aufgabe ist deswegen wesentlich komplexer, als man auf den ersten Blick vermuten möchte, weil es sich bei weitem nicht nur darum handeln kann, die Einsichten, Debatten und Entscheidungen dazu bestellter Amtsträger und Theologen während des Zweiten Vatikanischen Konzils zu rekonstruieren. Gerade die Veränderung der theologischen Ideenhaushalte zum Verhältnis von Judentum und Christentum bzw. Katholischer Kirche ist vielmehr so offenkundig Teil gesellschaftlicher und politischer, binnenkirchlicher und interreligiöser Diskurse und – vor allem – der Erfahrung der Katastrophe der Shoah, dass zum Verständnis des Prozesses viele Ebenen in ihrer gegenseitigen Dynamik erfasst werden müssen. [...]


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