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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 2
Hans-Ulrich Weidemann
Die Ekklesia aus Juden und Heiden
Bemerkungen zur Veröffentlichung von Erik Petersons Kirchenmanuskripten
In seinem 1960 veröffentlichten Nachruf auf Erik Peterson äußerte Heinrich Schlier die Vermutung, dass sich ein Großteil der Lebensarbeit Petersons «wohl in seinen Manuskripten» verberge, während sein veröffentlichtes Oeuvre mit einer Hand zu umspannen sei. Die von Barbara Nichtweiß mustergültig betriebene Publikation der im Turiner Nachlass Petersons gefundenen Manuskripte hat diese Vermutung bestätigt, doch ist der Umfang der posthum veröffentlichten Schriften inzwischen auf ein Vielfaches des zu Lebzeiten Publizierten angewachsen. Somit wird das vielseitige Werk Petersons erstmals in vollem Umfang zugänglich. Der jüngste Ertrag ist das Bändchen «Ekklesia. Studien zum altchristlichen Kirchenbegriff», das anlässlich seines 120. Geburtstags und seines 50. Todestages (aber auch des 80. Jahrestages seiner Konversion zur katholischen Kirche) im Jahre 2010 als Sonderband der von Barbara Nichtweiß herausgegebenen «Ausgewählten Schriften» erschienen ist.

In diesem Band sind die ausformulierten Teile eines umfangreichen Manuskriptkonvoluts ediert, das Peterson selbst mit dem oben genannten Titel versehen hatte. Die meisten Teile des Konvoluts stammen vermutlich aus den Jahren 1926-1928, als Peterson noch Professor für Kirchengeschichte und Neues Testament in Bonn war, bevor er dann 1930 zur katholischen Kirche konvertierte. Vermutlich handelt es sich um Vorarbeiten zu einem größeren Buch über die Kirche, zu dem es dann aus verschiedenen Gründen nicht gekommen ist. Diesen Texten beigegeben ist ein weiterer unveröffentlichter Text, nämlich «Zur Konstituierung der Kirche», mit dem Peterson im Sommersemester 1928 seine Vorlesung über die Geschichte der Alten Kirche einleitete. Hinzu kommen zwei weitere ekklesiologische Texte, die zuerst 1928 veröffentlichte Thesenreihe «Die Kirche» sowie die Einleitung zum 1935 erschienenen «Buch von den Engeln». Beide wurden bereits 1951 in den «Theologischen Traktaten» wiederveröffentlicht.

Die Erstveröffentlichung des Ekklesiamanuskripts – dessen Grundgedanken sich freilich auch in publizierten Texten Petersons finden – kann das scharf formulierter Thesen erneut zu bedenken geben. Programmatisch formuliert Peterson: weil Dogma und Geschichte aufeinander bezogene Begriffe sind, darum kann sich der Historiker nicht von der Dogmatik dispensieren (Ekkl 90). Faszinierend ist, wie bei Peterson die historische Detailarbeit immer mit begrifflicher und systematischer Durchdringung einhergeht. Im Falle des Kirchenbegriffs handelt es sich um ein zentrales Thema, das nicht nur innertheologisch von bleibender Relevanz ist. Dies gilt für die «klassischen» Fragen nach der Konstitution und der Verfasstheit der Kirche, neuerdings aber immer drängender auch darum, inwieweit die Herkunft der Kirche aus Israel, ihre (einstige) Verfasstheit als Kirche aus Juden und Heiden sowie ihre Trennung vom und ihre bleibende Verwiesenheit auf das nicht an Christus glaubende Volk Israel von Relevanz sind – und zwar nicht allein von historisch-exegetischer, sondern von dogmatisch- ekklesiologischer Relevanz.

1. Die Ekklesia – eine öffentliche und rechtliche Versammlung

Warum nennen sich die ersten Christusgläubigen «Ekklesia» und (fast) nie «Synagoge»? Diese Frage ist der Ausgangspunkt von Petersons Überlegungen. Anders als viele Forscher der Folgezeit liegt der Grund für die fast durchgängige Bevorzugung von ekklesía vor synagogé laut Peterson nicht im Sprachgebrauch der Septuaginta, sondern in der profangriechischen Vorgeschichte des Begriffs ekklesía, die im ersten Jahrhundert noch lebendig und die auch der Septuaginta schon vorgegeben war: indem sie sich als ekklesía und nicht als synagogé bezeichnen, wenden die frühen christusgläubigen Juden (zumindest im Bereich griechischer Sprache) einen politischen und staatsrechtlichen Terminus auf sich an. [...]


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