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THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
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Jan Heiner Tück Professor für dog-
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JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
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Leseprobe 3
Robert Vorholt
Gott ruft sein Volk zusammen
Die Pfingsterzählung des Lukas
Dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt, beschreibt Hermann Hesse in seinem Gedicht «Stufen» auf lyrische und bemerkenswert schöne Weise. Der Evangelist Lukas, dessen Feder auch die Apostelgeschichte entstammt, zeichnet auf erzählerisch nicht minder schöne, aber theologisch tiefsinnige Art den Zauber des Anfangs der Kirche nach. Seine Pfingsterzählung gehört zu den bekanntesten neutestamentlichen Episoden, die sich der Kirche als Gemeinschaft von Glaubenden widmen. Worin findet sie ihren Ursprung? Was ist ihr bleibendes Prägemal? Wie verhält sich die Geschichte Jesu zur Geschichte der Kirche? Das sind entscheidende Fragen, auf die Apg 2,1-11 eine Antwort gibt.

Ereignis und Erinnerung

Die historische Substanz der Pfingstgeschichte ist umstritten. Für Alfons Weiser1 bildet nur ein enthusiastisches Erlebnis inspirierter Glossolalie den Kern der Erzählung. Ulrich Wilckens sieht im Pfingstgeschehen hingegen die Verheißung Jesu aus Mk 13,11 auf wunderbare Weise erfüllt: Mit «unerhörter Gewalt» sei der Heilige Geist in die Jünger «hineingefahren» und habe sie zu wirkmächtiger Predigt befähigt . Exegetischen Studien, die insbesondere die apokalyptischen Stilelemente der Erzählung hervorheben, geht das zu weit. Doch auch die Reduktion des Ereignisses auf ekstatischglossolalische Phänomene kann den lukanischen Bericht nicht erklären. Sie setzt voraus, dass Apg 2,1-11 keinen historisch belastbaren Bericht über den Beginn frühchristlicher Mission darstellt, sondern ein allgemeines Phänomen des Urchristentums interessengeleitet in historisierende Formen gieße. Bei Lukas ist aber von einem Sprechen «in anderen Zungen» die Rede (Apg 2,4). Dieses ist zwar der Glossolalie verwandt, bleibt jedoch ein Reden in Menschenzungen, nicht in Engelzungen (vgl. aber 1Kor 13,1). Die Pointe der Pfingsterzählung liegt im Reden und Verstehen. Apg 2 beschreibt kein Phänomen der Glossolalie, sondern der Prophetie.

Der historische «Sitz im Leben» der Pfingstgeschichte erschien einigen Exegeten auch deshalb knapp bemessen, weil Apg 2 eine Unterbrechung in der Chronologie der Ereignisse, i.e. eine Pause zwischen der österlichen Begegnung der Jünger mit ihrem auferstandenen Herrn und dem Beginn der frühchristlichen Evangeliumsverkündigung voraussetzen würde. Dieser Einwand sticht nicht. Der durch die Apostelgeschichte erweckte Eindruck, die Jünger hätten nach einer Übergangszeit die erstbeste Gelegenheit ergriffen, um ihre öffentliche Verkündigung zu starten, erscheint keineswegs unplausibel.

Von Bedeutung ist die Datierung des Ereignisses. Lukas hält fest, dass es sich am Pfingsttag zutrug. Damit ist das jüdische Wochenfest am 50. Tag nach dem Paschafest gemeint. Im Frühjudentum wurde das Wochenfest kaum mehr in seiner ursprünglichen Sinngebung als Erntefest, sondern als Fest der Bundeserneuerung gefeiert (vgl. Jub 6, 10-22). Die damit verbundene Thematik von «Bund» und «Toraobservanz» klingt in Apg 2 aber nicht an – auch wenn das Brausen des Sturmes an die Offenbarung Gottes am Sinai denken lässt (vgl. Ex 19, 6-9; Dtn 4,11f.36). Die Spannung der lukanischen Erzählinhalte zum Proprium des Wochenfestes ist groß. Erzähltechnisch eignet sich die Datierung, um die in der Szenerie versammelte Menschenmenge als Pilgerschar aus aller Welt zu erklären. Theologische Konnotationen erschließen sich erst aus dem Stellenwert, den Lukas der Pfingsterzählung im Gesamthorizont der Apostelgeschichte beimisst. [...]


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