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JOACHIM HAKEJoachim Hake
Direktor der Katholische Akademie in Berlin e.V.
URSULA SCHUMACHERUrsula Schumacher
Professorin für Katholische Theologie und Religions-pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
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Professor für dog-
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Leseprobe 1
Rudolf Hoppe
«Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen»
Zur Bedeutung der «Arbeit» im Neuen Testament
Einleitung
Der Titelsatz aus dem 2. Thessalonicherbrief wirkt provozierend; wir werden ihn seriös heutzutage auch kaum als Parole ausgeben. Aber er bringt (sicher sehr einseitig) zur Sprache, dass die «Arbeit» ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist, dass mit ihr auch die menschlichen Beziehungen auf dem Prüfstand stehen. Die Verhältnisbestimmung des Menschen zur Arbeit ist ambivalent. Das war bereits in der Antike so: Zur Lebensphilosophie der Genügsamkeit eines Epikur will das «Arbeiten» überhaupt nicht passen, andererseits bildet sich in der Arbeit bei den Stoikern die Naturentsprechung des Menschen ab. Im alten Israel ist die Arbeit einerseits Ausdruck der Solidarität des Volkes und entspringt dem Schöpfungsauftrag, andererseits ist es aber auch trügerisch, das Gelingen des Lebens von der Arbeit abhängig zu machen. Besonders für die Weisheitslehrer hat aber die Arbeit einen hohen Stellenwert. Welches Verhältnis gewinnt nun die neutestamentliche Tradition zur Arbeit und was lässt sich aus ihr für das christliche Menschenbild ableiten?

1. Jesus und seine galiläische Arbeitswelt
Galiläa ist weniger das Land der (Schrift-)Gelehrsamkeit, die vorwiegend in Jerusalem beheimatet ist, als vielmehr das Land der Arbeitswelt, in der die Landwirtschaft, die Fischerei und das Handwerk die größte Bedeutung haben und die Alltagswelt der Menschen bestimmen. In ihr ist auch Jesus von Nazaret beheimatet. Die Landwirtschaft dient als die wichtigste Erwerbsquelle für die Bewohner im Norden Palästinas. Josephus spricht rühmend über Galiläa: das Land ist «in seiner ganzen Ausdehnung fruchtbar und reich an Viehweiden, dazu auch mit Bäumen aller Art bepflanzt, so daß von seiner Ergiebigkeit auch derjenige ermutigt wird, der sonst keine Freude an der Landarbeit findet. Das ganze Land wurde darum auch von seinen Bewohnern ausnahmslos angebaut, und kein Teil liegt brach».1 Von herausragender Bedeutung ist ebenso der Fischfang. Auch hier sei auf die Beschreibung des Josephus verwiesen: «Die Fischarten, die sich im See befinden, unterscheiden sich im Geschmack und Gestalt von denen anderer Gewässer».2 Die städtischen Ansiedlungen Kapharnaum, Magdala in Galiläa und Betsaida im Lande Peräa lebten vom Fischfang, wie auch die Evangelienüberlieferung noch gut erkennen lässt (vgl. Mk 1,16-20; 6,53; Lk 5,1-11 u.ö.). Im Falle Magdala ist der Fischfang sogar in die Bildung des Ortsnamens Magdala/Tarichea (=gesalzener Fisch) eingegangen. Besonders am See Genesaret ist der Fischfang naturgemäß die entscheidende Erwerbsquelle. Die Fischerei war dort meist in Genossenschaften organisiert, die die für einen effektiven Fischfang erforderlichen größeren Boote unterhalten konnten. Dem Fischerberuf gehörten auch einige der Jünger Jesu an (s.u.); mit dem Fischfang verbinden sich in der Jesusüberlieferung die entscheidenden Begebenheiten der Jüngerberufung, in Joh 21,1-14 begegnet der Auferstandene den Jüngern bei ihrer Arbeit als Fischer. Die dritte Säule der galiläischen Arbeitswelt ist das Handwerk. Es war zur Zeit Jesu besonders angesichts des Wiederaufbaus der Stadt Sepphoris (ab 2 v. Chr.) und der Gründung der neuen Verwaltungshauptstadt Tiberias (17/18 n. Chr.) durch Herodes Antipas, insgesamt aber allgemein im Zuge der Verstädterung Galiläas, unverzichtbar. Hier waren insbesondere Bauhandwerker gefragt, aber auch das Transportgewerbe erlebte einen Aufschwung. Die in der Gegend von Betsaida gefundenen Tonkrüge zeigen, dass auch das Tongewerbe von Bedeutung war.

2. Jesus und der arbeitende Mensch
Jesus gehört der (handwerklich) arbeitenden Bevölkerungsschicht an. Im Dorf Nazaret als «Sohn des tekton» aufgewachsen (vgl. Mt 13,55), übt er Mk 6,3 zufolge den Beruf eines Bauhandwerkers aus; ein tekton ist nicht mit einem «Zimmermann» gleichzusetzen, sondern wesentlich vielseitiger.3 Man hat sich darunter einen Handwerker vorzustellen, der am Bau unterschiedliche Holz- und Steinarbeiten ausführt. Als Folge der Strukturpolitik des Tetrarchen von Galiläa und Peräa Herodes Antipas (4 v. Chr. bis 39 n. Chr.) gibt es in der Umgebung von Nazaret ein reiches Betätigungsfeld für das Handwerk. Es kann offen bleiben, inwieweit Jesus im Rahmen seiner Arbeit über Nazaret hinauskommt und wo er sein Handwerk ausübt. [...]


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