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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Editorial
Hans Maier
Neuer Nachbar Islam
Im Zuge der Globalisierung strömen heute außereuropäische Religionen nach Europa ein und suchen im religiösen Spektrum ihren Platz. Es sind auf der einen Seite östliche Religionen: Brahmanismus, Vedantismus, Buddhismus, Taoismus, Hinduismus in ihren alten und neuen Formen. Die alte Anziehungskraft östlichen Denkens wird heute verstärkt durch einen wachsenden Überdruss am westlichen Lebensstil und Lebenstempo, vor allem in intellektuellen Kreisen: man erwartet und erhofft vom Osten Visionen einer minder hektischen, minder kampf- und konkurrenzerfüllten Welt. Östliche Weisheit und Versenkung, Langsamkeit, Stille und Sammlung, Vertiefung und Meditation werden dem Aktivismus, der Dynamik, der Ruhelosigkeit des Westens als verlockende Alternative entgegengesetzt. Wir erleben ein vielfältiges individuelles Einströmen religiöser Überlieferungen und Denkweisen aus östlichen Regionen. Auch für Kirchenferne – ja gerade für sie – ist dieses Angebot attraktiv.

Daneben ist der Islam in Europa als geschlossene Gemeinschaft präsent. Trotz verschiedener Herkünfte und Glaubensrichtungen bilden die 20-25 Millionen Muslime in Europa (über 4 Millionen allein in Deutschland) einen einheitlichen Block. Das geht bis zur Bildung ausgesprochener Parallelgesellschaften in manchen Regionen. Es führt zu einer Verstärkung und Verdichtung des Religiösen in Europa – besonders was seine öffentliche Sichtbarkeit betrifft. Der Mehrzahl der deutschen Muslime geht es keineswegs um Individualisierung und Pluralisierung ihrer Religion, schon gar nicht um ihre Diffusion in intellektuellen Milieus – es geht ihnen vielmehr um die Institutionalisierung des Islam unter hiesigen Lebensbedingungen – wozu beispielsweise auch die Eingliederung in das Religionsrecht der Bundesrepublik gehört.

Dabei treten die bekannten Schwierigkeiten auf: der Islam ist nicht «Kirche» oder «Religionsgesellschaft» im Sinn europäischer Rechtstraditionen. Er umfasst alle Aspekte des Lebens. Sakrale und profane Sphäre berühren sich eng. Recht und Politik gehören zur Sphäre des Glaubens. Die Gemeinde der Gläubigen – die umma – gilt als das ideale Gemeinwesen, berufen zur Verwirklichung des Gottesreiches auf Erden. Kurz, der Islam steht mit seiner das Diesseitige und das Jenseitige verklammernden Gottesbotschaft vor der abendländischen Besonderung von Kirche und Staat.

Aus dieser Asymmetrie ergeben sich zahlreiche Probleme im Umgang mit den älteren europäischen Religions-Nachbarn, den Juden und den Christen. Das Themenheft «Islam» bringt einige dieser Probleme zur Sprache. Ist es so, dass Gott im Islam nicht Mensch, sondern «Buch» wird, wie Annemarie Schimmel es formuliert hat? Dieser Frage geht Joachim Valentin nach, indem er das unterschiedliche Offenbarungsverständnis von Christen und Muslimen in den Blick nimmt. Nicht vom Gedanken der Inlibration, sondern der Rezitation als ästhetischer Vergegenwärtigung Gottes im Hören seiner Poesie fragt Ahmad Milad Karimi nach der Übersetzbarkeit des Koran. – Paul-Victor Desarbres erinnert an den bedeutenden französischen Islamwissenschaftler und Wegbereiter des christlich-islamischen Dialogs Louis Massignon, der in der Begegnung mit dem Islam sein verlorenes christliches Erbe als Erbe Abrahams wieder gewinnt. – Eine Orientierung zu Erscheinungsformen des Islam in der heutigen Welt gibt Felix Körner SJ und entwickelt aus der gegenwärtigen Gesprächssituation Perspektiven für die Zukunft. – Philipp Hildmann untersucht die Relationen von Glaube und Vernunft im Islam und im Christentum: Hat die Theologie im Islam eine ähnliche «Deutungshoheit» wie im Christentum, ist sie die unentbehrliche Begleitstimme des Glaubens, der nach Erkenntnis sucht ( fides quaerens intellectum) – oder muss der islamische Theologe, da es im Islam vor allem um die «Rechtleitung» des Menschen geht, seine Arbeit mit dem Rechtsgelehrten teilen? – Dirk Ansorge erinnert an die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI., ihren in der Berichterstattung verkürzt wiedergegebenen Inhalt, ihre internationalen Wirkungen und Folgen: Welche Zukunft hat das katholisch–islamische Gespräch auf höchster Ebene? – Adel Theodor Khoury behandelt das wichtige Thema der wechselseitigen Wahrnehmung: Wie sieht der Koran die Person Jesu Christi, seinen Lebensweg und seine Botschaft? – Janine Ziegler zeigt an aktuellen Themen des Umgangs mit dem Islam (Moscheebau, Imam- und Lehrerausbildung, Bestattungsmodalitäten, Kopftuch), wie ähnlich zwei Länder wie Deutschland und Frankreich bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Verfassungen auf den «fremden Nachbarn Islam» reagiert haben und reagieren. [...]


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