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Editorial
Julia Knop
Virtuelle Welten – Neue Medien
Erkundungsgänge

Unsere Welt verändert sich. Das ist gut so und das soll so sein, denn Dynamik und Entwicklung sind Signaturen des Lebendigen, erst recht des Lebendigen, das die Schwelle zum Geistigen überschritten hat: des Menschen. Er schafft sich seine Welt, indem er Welt betrachtet und versteht, analysiert und konstruiert und indem er sich in dieser seiner gedeuteten und gestalteten Welt selbst zum Gegenstand des Betrachtens und Nachdenkens macht. Wie er die Welt sieht, so erscheint sie ihm; wie er sie gestaltet, so wird sie ihm – im Guten wie im Schlechten.

Der Mensch unserer Tage hat mit der Erfindung der Computer- und Netzwerktechnologie einen kulturellen Paradigmenwechsel in Gang gesetzt, dessen historische Bedeutung nicht zu Unrecht mit derjenigen der Industrialisierung verglichen wird. Zwar existierte die Idee des Hypertextsystems bereits 1945, als der amerikanische Ingenieur Vannevar Bush ein Arbeitsgerät projektierte und mit dem sprechenden Namen «Memex» versah, «das eine Art mechanisierten privaten Archivs oder Bibliothek darstellt … Es ist ein Gerät, in dem ein Individuum all seine Bücher, Akten und seine gesamte Kommunikation speichert und das so konstruiert ist, dass es mit außerordentlicher Geschwindigkeit und Flexibilität benutzt werden kann. Es stellt eine vergrößerte persönliche Ergänzung zum Gedächtnis dar … Wenn der Benutzer ein bestimmtes Buch zu Rate ziehen will, gibt er den Code über die Tastatur ein, und sofort erscheint die Titelseite des Buchs vor ihm, projiziert auf einen der Sichtschirme … Darüber hinaus gibt es zusätzliche Hebel. Indem er einen dieser Hebel nach rechts schiebt, kann der Benutzer das Buch, das vor ihm liegt, durchgehen, die Seiten werden mit einer Geschwindigkeit projiziert, die gerade noch erlaubt, einen kurzen, orientierenden Blick darauf zu werfen … Da dem Benutzer mehrere Projektionsflächen zur Verfügung stehen, kann er … weitere aufrufen. Er kann Notizen und Kommentare hinzufügen … Es braucht jedoch noch einen weiteren Schritt zur assoziativen Indizierung … ein Verfahren, von jeder beliebigen Information – sei es Buch, Artikel, Fotografie, Notiz – sofort und automatisch auf eine andere zu verweisen … Es ist ein Vorgang, der zwei Informationen miteinander vernetzt. Das ist das Kernstück…»1 Die technischen Möglichkeiten zur Umsetzung seiner Vision waren jedoch noch nicht ausgereift – Bush selbst setzte auf die Weiterentwicklung der Trockenphotographie und Teleautographie.

Der Begriff «Computer» (von lat. computare: be-/zusammenrechnen) war zur selben Zeit eine Berufsbezeichnung: Er stand für die Tätigkeit Hunderter Frauen – Mathematikerinnen –, die in Zeiten und im Dienst des Krieges mit Hilfe von Rechenapparaten maschinenartig Differentialgleichungen lösten. Und auch der Übergang vom Computer als gigantischer Rechenmaschine zum Personal Computer (PC) – vorbereitet in den späten 1960ern, langsam marktfähig Ende der 1970er Jahre – stand noch nicht im Zeichen der Massenproduktion und Selbstverständlichkeit, mit der heute die computergestützte Technik unser Privat- und Berufsleben prägt. Der PC war zunächst die isolierte und individualisierte Rechenmaschine einiger finanzkräftiger (Hobby-) Informatiker. Erklärte Thomas J. Watson, der frühere Chef von IBM, 1943: «Ich glaube, es gibt einen Weltmarkt für vielleicht 5 Computer», so verfügen heutzutage über 80% der deutschen Privathaushalte über wenigstens einen PC. Die Speicherkapazität eines Computers, die Bill Gates noch in den frühen 1980er Jahren für einen normalen Nutzer für ausreichend hielt, erreicht heute bereits ein Durchschnittshandy. Selten überholten sich Interpretationen und Prognosen so schnell wie im Fall der «digitalen Revolution», deren weitere Entwicklung nicht abzusehen ist.

Die entscheidende Schwelle dieser «Revolution» war die Vernetzung der computergestützten Medien: die Integration der Mediensegmente Wort, Bild und Ton sowie die Vernetzung der Mediennutzer, kurz: die Verknüpfung von Information und Kommunikation, in einem «Meta-Medium», das in beispielloser Schnelligkeit und Extensität zum Leitmedium moderner Gesellschaften avancierte. Lag die Zahl der «onliner», die Zugang nicht nur zu einem PC, sondern auch zum Internet haben, um die Jahrtausendwende in Deutschland noch bei unter 40%, nutzten 2007 fast 70% der Bevölkerung das Internet – Tendenz steigend. Die so genannten «digital natives» – die heute 14-19Jährigen, die mit PC und Internet aufwuchsen – sind hierzulande inzwischen zu 100% online, die jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren zu 98%. Die demographische Verteilung in Deutschland bringt es dennoch mit sich, dass die zahlenmäßig größte Gruppe der «onliner» mit fast 11 Millionen die 40-49jährigen «digital immigrants» sind und insgesamt mehr Menschen der Alterskohorte über 60 Jahre als Jugendliche das Internet nutzen. [...]


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