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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Leseprobe 1
Hans Maier
ANMERKUNGEN ZUR ENTSTEHUNG DER ZEITSCHRIFT «COMMUNIO»
COMMUNIO kann in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiern. Von den sieben Gründern der Zeitschrift leben heute noch drei: Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.), Karl Lehmann und ich. Die anderen, Hans Urs von Balthasar, Albert Görres, Franz Greiner und Otto B. Roegele sind verstorben. Gestatten Sie mir im Folgenden ein paar Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte von COMMUNIO in den Sechziger- und Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aus der Sicht der deutschsprachigen Edition (diese war ja in der Tat, zusammen mit der italienischen, die erste der internationalen Ausgaben). Neben Akten der Redaktion – die mir Herr Tück und Herr Subotic freundlicherweise zugänglich gemacht haben – benutze ich meine Korrespondenz aus jenen Jahren und einige persönliche Aufzeichnungen.

Darüber will ich Ihnen im Folgenden einige Anmerkungen vortragen – in insgesamt vier Abschnitten.

1. Turbulenzen nach dem Konzil

Zunächst muss man sich die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil vergegenwärtigen. Das waren keineswegs ruhige, nachdenkliche Jahre, wie sie viele in der Kirche nach der gewaltigen Anspannung des Konzils erwartet hatten. Vielmehr war diese Zeit von heftigen Turbulenzen erfüllt. Das gilt für die katholische Kirche weltweit – es gilt aber auch für die internationale Politik in jenen Jahren. Hatte schon das Zweite Vatikanische Konzil im Angesicht gefährlicher weltpolitischer Konfrontationen begonnen – die Kuba-Krise und die Drohung eines neuen Weltkriegs fielen in die Eröffnungszeit –, so hellte sich der Horizont nach dem Konzil nur wenig auf. Gewiss, es gab einige Hoffnungszeichen: in der Kirche Europas war es vor allem der Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder, der Zuversicht weckte – er bildete den Ausgangspunkt für eine langsam fortschreitende, aber am Ende dauerhafte deutsch-polnische Versöhnung. Und auch in der internationalen Politik gab es neben den ständig wiederkehrenden Kriegsdrohungen in den Sechziger- und Siebzigerjahren erste diplomatische Tastversuche zwischen den Großmächten – Bemühungen um Konfliktlösungen, Entspannung, Frieden. Doch das bestimmte noch nicht das allgemeine Bild. Der kalte Krieg der Großmächte ging weiter. Die weltpolitischen Polbildungen verschwanden nicht von einem Tag auf den anderen. Immer wieder eskalierte auch der Nahostkonflikt. Gerade 1972, im Jahr der Gründung von COMMUNIO, erinnerten die Olympischen Spiele in München mit ihrem festlich-frohen Beginn und ihrem bedrückenden, in ein Massaker mündenden Ende die Welt daran, dass die «fröhlichen Spiele» noch immer in einer Welt des Unfriedens stattfanden.

Turbulenzen gab es auch innerhalb der Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte bei vielen Gläubigen Hoffnungen geweckt und eine Stimmung der Zuversicht erzeugt, aber bei anderen auch Sorge und Skepsis, ja Angst vor der Zukunft hinterlassen. Die einen begrüßten die Öffnungen, die Neuerungen und Fortschritte, die das Konzil gebracht hatte – andere fürchteten den Verlust vertrauter Gewohnheiten, altbewährter Traditionen. Manchen gingen die Reformen nicht weit genug, andere dagegen meinten, man habe schon viel zu vieles preisgegeben. Sie sahen kostbare Überlieferungen an den Rand gerückt oder ganz verloren: das Latein, die alten Hochaltäre, die stille Messe, die Strenge liturgischer Formen – und einen guten Teil der überlieferten, an der tridentinischen Messform orientierten Kirchenmusik.

Das ambivalente Echo auf die vom Konzil ausgehenden Veränderungen wurde deutlich beim ersten nachkonziliaren Katholikentag, der 1966 in Bamberg stattfand. Dort sprach Bernhard Hanssler, der Geistliche Direktor im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in seiner Eröffnungsrede optimistisch von einer «Stunde des Anfangs», von der «Begeisterung eines neuen Frühlings», er beschwor den Dialog als neue belebende Wirklichkeit in der Kirche: «Die Zeit des stummen Laien ist vorbei» (Auf Dein Wort hin. 81. Deutscher Katholikentag Bamberg 1966, Paderborn 1966, 88ff.). Dagegen schüttete der 39jährige Tübinger Theologe Joseph Ratzinger in seinem Vortrag «Der Katholizismus nach dem Konzil» kräftig Wasser in den Wein. [...]


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