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Professorin für Katholische Theologie und Religions-pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
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Professor für dog-
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Editorial
Andreas Bieringer / Jan-Heiner Tück
RENAISSANCE DES KATHOLISCHEN IN DER GEGENWARTSLITERATUR?
Dichtung und Religion sind verwandt. Sie haben mit Fragen zu tun, die sich dem Menschen unabweisbar aufdrängen, wenn er sich in der Welt zurechtfinden will. Während die Religion die Suche des Menschen nach sich selbst im Lichte der Offenbarung aufgreift, an den Knotenpunkten des Lebens entsprechende Hilfen anbietet und zu einem verbindlichen Lebensstil einlädt, spielt die Literatur Möglichkeiten durch, eröffnet alternative Weltdeutungen und zeigt die Komplexität und Abgründigkeit des Lebens. Die Verwandtschaft zwischen Literatur und Religion, insbesondere dem Christentum, hat sich im 20. Jahrhundert allerdings spürbar gelockert. Die Erschütterung durch den Weltkrieg, die zunehmende Säkularisierung der Lebensverhältnisse in der wirtschaftlich prosperierenden Bundesrepublik, aber auch eine zu den religiösen Traditionen auf Distanz gehende Philosophie dürften mit für diese Lockerung verantwortlich sein. Die Rezeption katholischer Schriftsteller wie Edzard Schaper, Reinhold Schneider oder Gertrud von Le Fort ist in der Mitte des 20. Jahrhunderts stark eingebrochen. Und nachrückende Autoren wie Hans Magnus Enzensberger, Arno Schmidt, Siegfried Lenz oder Günter Grass, allesamt Angehörige der skeptischen Generation, scheinen ihre «religiösen Antennen» weitgehend eingezogen zu haben. In den späten sechziger Jahren wurde dann im Namen der Autonomie scharfe Traditions- und Autoritätskritik geübt, die vor den Kirchen und religiösen Leitbildern nicht Halt machte. Unter Soziologen galt das (inzwischen erschütterte) Dogma, dass mit der zunehmenden Modernisierung der Gesellschaft zwangsläufig die Religion absterben würde. Unter Künstlern und Literaten war es verpönt, religiöse Sujets zu bearbeiten oder gar Bekenntnisse abzugeben.

Gegenläufig zu diesem Trend scheint in den letzten Jahren wieder ein produktives Interesse an religiösen, ja vor allem katholischen Motiven in der Literatur entstanden zu sein. Die jüngsten Veröffentlichungen der Büchner-Preisträger Peter Handke, Martin Walser, Arnold Stadler und Felicitas Hoppe geben davon ein eindrucksvolles Zeugnis. Beichterfahrungen, Gottesdienstbesuche, Glaubensgespräche und Priestergestalten werden hier einfühlsam beschrieben. Auch Schriftsteller wie Ulla Hahn, Thomas Hürlimann, Hanns-Josef Ortheil und Christoph Ransmayr, um nur diese zu nennen, kommen in ihren Büchern – kritisch entlarvend, aber auch dankbar erinnernd – auf katholische Prägungen zurück. Und bei jüngeren Autoren wie Andreas Maier, der in keinem geschlossen katholischen Milieu mehr sozialisiert wurde, lässt sich eine neue Unbefangenheit, von Gott zu reden, beobachten. Selbst bekennende Atheisten wie Thomas Glavinic zeigen sich fasziniert vom Katholischen, wenn sie eine Wallfahrt nach Medjugorje riskieren, ohne der Welt der Gläubigen wirklich näher zu kommen.

Lässt sich deshalb schon von einer Renaissance des Religiösen, ja des Katholischen in der Gegenwartsliteratur sprechen? Eine solche Diagnose stößt auf Vorbehalte: Streift nicht jede Literatur, die das Denken und Fühlen von Menschen ausleuchtet, die großen Fragen, die ins Religiöse hinüberspielen? Und bleibt die Verwandtschaft zwischen Dichtung und Religion nicht auch dann bestehen, wenn explizit religiöses Vokabular in der Literatur fehlt? Dann wäre die Religion aus der Literatur aber nie verschwunden gewesen. Ist umgekehrt jede Erwähnung des Katholischen schon als Renaissance zu werten, als positives Anknüpfen an Traditionen, die weitergeführt werden sollen? Muss man nicht von höchst unterschiedlichen Zugängen reden, die sich durchhalten und die immer auf die einzelnen Biographien der Schriftsteller zurückverweisen? [...]


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