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JOACHIM HAKEJoachim Hake
Direktor der Katholische Akademie in Berlin e.V.
URSULA SCHUMACHERUrsula Schumacher
Professorin für Katholische Theologie und Religions-pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
JAN-HEINER TÜCKJan Heiner Tück
Professor für dog-
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Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
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Dipl.-Theologe, Musiker

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Editorial
Jan-Heiner Tück
Incomprehensibilis voluit comprehendi – der Unbegreifliche wollte sich begreiflich machen. Diese Wendung von Papst Leo dem Großen stellt das unbegreifliche Wunder heraus, das in der Mitte des christlichen Glaubens steht. Gott hat den Abgrund zwischen Unendlichem und Endlichem überbrückt, indem er Mensch geworden ist. Er hat Gemeinschaft, ja Freundschaft gestiftet (vgl. Joh 15, 15). Die Eucharistie aber ist das Freundschaftszeichen par excellence: Das menschgewordene Wort – Jesus Christus – hat am Vorabend seines Todes sein Leben und Wirken zusammengefasst in einer innovativen Zeichenhandlung. Er hat Brot und Wein genommen, darüber das Segensgebet gesprochen und sich selbst in einem symbolischen Gestus an seine Jünger verteilt: Dies ist mein Leib, für euch gegeben – dies ist mein Blut, für euch vergossen. Der Gestus der Selbstverteilung – Zeichen der Liebe, die bis ans Ende geht – ist das Testament, das die Kirche von Generation zu Generation weitergeben darf und soll. Nicht nur, aber vor allem in der Feier der Eucharistie gedenkt sie des Paschamysteriums Jesu Christi. Hier feiern die Gläubigen die Gemeinschaft mit ihm und untereinander, hier gewinnen sie schon jetzt Anteil an der kommenden Herrlichkeit. Das ist allemal Anlass zu Dankbarkeit und Freude.

Gegenwart – Gabe – Verwandlung – Gemeinschaft: das sind Grundworte der Eucharistietheologie, die eine Neubesinnung anstoßen sollen. Denn immer wieder müssen wir uns vor Augen führen, was wir tun, wenn wir Eucharistie feiern, damit wir es nicht blind, unbewusst und routiniert tun. Kaum zufällig wollte das Konzil die tätige und bewusste Teilnahme an der Liturgie – actuosa participatio – fördern. Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit, Undankbarkeit und Freudlosigkeit sind der Tod jeder Liturgie. Sie legen nahe, dass Christus gar nicht gegenwärtig ist, und lassen die Gabe unbeachtet, die in der Feier der Kommunion gereicht wird. Die Gegenwart Jesu Christi aber begegnet verdichtet in den eucharistischen Gestalten. Wichtig ist, dass seine verwandelnde Gegenwart in den Zeichen von Brot und Wein nicht auf die Erinnerungsleistung der versammelten Gemeinde oder einen Zuschreibungsakt des Priesters zurückgeht, sie ist Geschenk und unverfügbare Gabe des erhöhten Christus selbst. Die Verwandlung der Gaben ereignet sich durch das anamnetisch-epikletische Gebet, das der Priester nicht in eigenem, sondern im Namen Jesu Christi über Brot und Wein spricht. Wer die eucharistischen Gaben empfängt, lässt sich in die Lebenswirklichkeit Jesu Christi hineinnehmen. Das kann nicht folgenlos sein. Denn die Kommuniongemeinschaft mit Christus, dem ganz Anderen, der nahekommt und sich verzehren lässt, zielt darauf ab, anders zu machen, zu verändern, zu verwandeln ... Gegenwart – Gabe – Wandlung – Gemeinschaft, diese Grundworte, die hier im Sinne eines Präludiums eingespielt wurden, sollen im vorliegenden Heft über die Eucharistie aufgenommen und vertieft werden. Anlass des Heftes ist der diesjährige Eucharistische Kongress, der vom 5. bis 9. Juni in Köln stattfindet und das Motto trägt: «Herr, zu wem sollten wir gehen? (Joh 6, 68)».

Die Eucharistie ist ein Erinnerungszeichen, das über das letzte Abendmahl hinaus tief in die Geschichte Israels hineinreicht. Brot und Wein, die Melchisedek dem Abraham bringt (vgl. Gen 14, 18), das Paschamahl (vgl. Ex 13; 1 Kor 5, 7), aber auch die Verheißung des himmlischen Festmahles auf dem Berg Zion (vgl. Jes 25, 6) sind in der Geschichte der Kirche auf die Eucharistie hin gelesen worden. Ludger Schwienhorst-Schönberger geht auf die biblische Erzählung vom «Manna» in Exodus 16 näher ein und untersucht ihr Verhältnis zur (eucharistischen) Brotrede Jesu im Johannesevangelium. Wenn Jesus vom «wahren» Brot vom Himmel spricht und sich selbst als «Brot des Lebens» bezeichnet, dann wird die alttestamentliche Rede vom Manna nicht entwertet, sondern in einen neuen theologischen Horizont gestellt. Thomas Söding geht auf die neutestamentliche Abendmahlsüberlieferung näher ein und weist vor allem auf die literarische Strategie der Verdichtung hin. Statt von feinen Speisen und erlesenen Getränken zu berichten, wie sie bei antiken Symposien üblich waren, statt die Tischgespräche wiederzugeben, die das festliche Zusammensein beim Gastmahl bestimmt haben mögen, geht es konzentriert um die Gaben von Brot und Wein, über die bestimmte Worte gesprochen werden, die eine theologische Deutung provozieren. [...]


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