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Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Editorial
Holger Zaborowski
Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, an den in den nächsten Monaten durch zahlreiche Bücher, Fernsehsendungen und öffentliche Veranstaltungen erinnert werden wird. Auch der Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren rückt in diesem Jahr in den Vordergrund des Interesses und der Erinnerungskultur. Daneben steht die Erinnerung daran, dass vor 25 Jahren eine weitestgehend friedliche Revolution in Mittel- und Osteuropa zum Ende der Nachkriegsordnung in Europa und zur deutschen Wiedervereinigung geführt hat. Diese Revolutionen und Systemwechsel haben – von wenigen traurigen Ausnahmen wie zum Beispiel im Bereich des ehemaligen Jugoslawien oder der ehemaligen Sowjetunion – nicht zu weiteren Kriegen oder kriegerischen Auseinandersetzungen geführt, an die in diesem oder in Folgejahren zu erinnern wäre. Doch sind in einer globalen Perspektive Kriege nicht einfach zu einem Geschehen der Vergangenheit geworden. Im Gegenteil. Die Frage nach der politischen, moralischen, rechtlichen und auch theologischen Bewertung von Kriegen stellt sich mit größter Dringlichkeit nicht allein aus historischer Perspektive.

Auch die Communio bemüht sich in diesem Jahr um Erinnerung und Andenken, um Aufarbeitung und Verständnis des Vergangenen und um Gestaltung der Gegenwart und Zukunft vor dem Hintergrund der Unheilsgeschichte des 20. Jahrhunderts wie auch der gegenwärtigen politischen Situation. Das erste Heft des Jahrgangs 2014 ist daher dem Thema «Krieg und Frieden» gewidmet. Es verweist nicht allein auf die die menschliche Geschichte bis heute charakterisierende Spannung von Krieg und Frieden oder die neue Situation, die durch die Kriege des 20. und des 21. Jahrhunderts entstanden ist. Es vertieft auch das Nachdenken über Krieg und Frieden vor einem theologischen und religiösen Hintergrund.

Erik Petersons Erzählung Der Himmel des Garnisonspfarrers aus dem Jahr 1919 führt unmittelbar in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und verweist deutlich auf die Probleme einer verbreiteten religiösen oder theologischen Deutung des Krieges, die nicht allein Petersons Widerspruch provozieren sollte. Barbara Nichtweiß hat diesen Text umsichtig kommentiert und für heutige Leser erschlossen. Marie Cabaud Meaney führt in ihrem Aufsatz in Simone Weils Iliaslektüre ein und zeigt, inwiefern Weil den Zweiten Weltkrieg als ein geistliches oder religiöses Ereignis verstand. Wenn der Krieg selbst auf eine Idolatrie zurückgehe, dann könne der Kriegszustand nur durch den Glauben an Gott – den wirklichen, wahren Gott, keinen Götzen – überwunden werden. Leo Tolstojs monumentales Werk Krieg und Frieden stellt Horst-Jürgen Gerigk vor. Er diskutiert dabei nicht nur die grundlegende Bedeutung, die nach Tolstoj die Spannung von Militär («Krieg») und Familie («Frieden») hat, sondern verführt auch zum Lesen und Wiederlesen eines Klassikers des 19. Jahrhunderts.

An diese Gespräche mit der Literatur schließen sich philosophische, theologische und historische Ausführungen an. Holger Zaborowski setzt sich mit der Geschichte des Krieges auseinander und benennt Herausforderungen, die sich durch neueste technologische Entwicklungen ergeben. Auf die beiden Weltkriege als Urkatastrophen des letzten Jahrhunderts wie auch auf die Entwicklung der Kriegstechnologie und die Notwendigkeit eines langfristigen Friedens hat auch das Lehramt der katholischen Kirche reagiert. Die Enzyklika Pacem in Terris, die Konzilskonstitution Gaudium et Spes und das Wort der Deutschen Bischofskonferenz Gerechter Friede werden von Sonja Sailer-Pfister interpretiert. Sie verweist auf die paradigmatischen Änderungen der theologischen Bewertung des Krieges: Denn nun stehe nicht mehr der gerechte Krieg, sondern der gerechte Friede im Vordergrund des Interesses. Arnold Angenendt entwickelt abschließend ein vielfach differenziertes Panorama zum Thema «Krieg und Kirche». Deutlich werden dabei Stationen in einem nicht immer unproblematischen Verhältnis – wie auch die Aufgaben einer fundierten, an die Botschaft des Neuen Testaments anschließenden Friedensethik.

In den Perspektiven bietet Manfred Spieker Beobachtungen zur Sprache der Kultur des Todes, während Gregor Predel die erneuerte Sicht der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nachzuzeichnen sucht. Ludger Schwienhorst-Schönberger weist darauf hin, dass in der Mitte des apostolischen Schreibens Evangelii Gaudium von Papst Franziskus bislang kaum angemessen beachtete Ausführungen zur Schriftinterpretation und Predigt stehen, die als Schlüssel zum Verständnis der angestrebten Kirchenreform gelten können. Abschließend kommentiert Hans Winkler die Kapitalismuskritik des Papstes und fragt, inwiefern man sinnvoll von einer «armen Kirche» sprechen kann.

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