zur StartseiteZugang für Abonnenten
Startseite » Aktuelle Ausgabe » Leseprobe 2
Titelcover der aktuelle Ausgabe 6/2020 - klicken Sie für eine größere Ansicht
Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

Lesen Sie hier
 
Ausgaben-Index 1972 bis heute
Chronologisch- thematische Liste aller Hefte von 1972-heute
Autoren-Index 1972 bis heute
Alphabetische Liste aller Autoren und Ihrer Artikel
Unsere Autoren
Hier erhalten Sie einen Überblick unserer Autoren.
Die internationalen Ausgaben von Communio
Internationale Ausgaben von Communio
Internationale Ausgaben von Communio finden Sie hier.
Leseprobe 2 DOI: 10.14623/com.2020.6.599–613
Hans Hermann Henrix
JOHANNES PAUL II. – «DER BESTE PAPST, DEN DIE JUDEN JE HATTEN»

Jüdische Trauer um den Papst

Viele jüdische Frauen und Männer in Israel und der ganzen Diaspora hatten Anteil an der Trauer um den nach einem 26-jährigen Pontifikat am 2. April 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. genommen. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil war für die so belastete Beziehung zwischen Judentum und Christentum eine entscheidende Wende in Angriff genommen worden. Die Entstehung und Verabschiedung der Konzilserklärung Nostra aetate hatte dramatische Züge.1 Die Wirkungsgeschichte dieses Konzilsdokuments ist erstaunlich. Es war vor allem Papst Johannes Paul II., der in seinem langen Pontifikat den Anstoß des Konzils zur Reife brachte und vertiefte. Dabei hatte es in der Reaktion auf seine Wahl zum Papst am 16. Oktober 1978 nicht wenige jüdische Stimmen gegeben, die spontan ihre Besorgnis äußerten und die Frage stellten, ob denn Gutes von einem aus Polen stammenden Papst zu erwarten sei. Der jüdische Argwohn ist weniger als Beweis für einen ausgeprägten polnischen Antisemitismus tauglich; vielmehr ist er Ausdruck des jüdischen Schmerzes, dass ein beträchtlicher Teil des jüdischen Volkes der Gegenwart in Israel und der Diaspora polnische Wurzeln hat und diese Wurzeln so tief durchtrennt sind. Die jüdische Sorge bzw. Skepsis zu Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. hielt sich länger durch. Am Ende des Pontifikats aber war jüdischerseits allgemein anerkannt, dass sein beharrliches Eintreten für die Verbesserung des Verhältnisses zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk zur prophetischen Dimension dieses langen Pontifikates gehört. Ein Nachruf stand unter dem Titel «Der beste Papst, den die Juden je hatten».2 Der Papst blieb bis zu seinem Tod jenen visionären Anliegen treu, die sich schon bald nach seiner Wahl gezeigt hatten.

Die jüdische Gemeinde Roms – darin Stellvertreterin für viele Jüdinnen und Juden in Israel und der Diaspora – hatte Johannes XXIII. (1881-1963; Papst von 1958-1963) geliebt. Johannes Paul II. hatte bei seinem historischen Besuch der Großen Synagoge Roms am 13. April 1986 selbst daran erinnert, als er in seiner Ansprache sagte: «mir (ist) […] wohlbekannt, dass der Oberrabbiner (von Rom) in der Nacht vor dem Tod des Papstes Johannes spontan auf den Petersplatz gegangen ist, begleitet von einer Gruppe jüdischer Gläubigen, um dort, inmitten der Schar katholischer und anderer Christen, zu beten und zu wachen und so in stiller, aber sehr eindrucksvoller Weise Zeugnis abzulegen für die geistige Größe dieses Papstes, der so offen war für alle ohne Unterschied, vor allem für die jüdischen Brüder».3

«Ihr seid unsere älteren Brüder».

Zur Verbundenheit von Christen und Juden Seine eigene außerordentliche Wertschätzung des jüdischen Volkes betrachtete Johannes Paul II. als die Übernahme eines Erbes von Johannes XXIII. Er sah sich darin vom Konzil autorisiert und zugleich gedrängt, wie seine knappe und mit deutlichen Akzenten versehene Erläuterung von Nostra aetate gegenüber der jüdischen Gemeinde Roms belegt. Immer wieder wird zu Recht aus seiner «programmatischen»4 Ansprache in der Großen Synagoge Roms zitiert: «dass die Kirche Christi ihre ‹Bindung› zum Judentum entdeckt, indem sie sich auf ihr eigenes Geheimnis besinnt (vgl. Nostra aetate, Nr. 4, Absatz 1). Die jüdische Religion ist für uns nicht etwas ‹Äußerliches›, sondern gehört in gewisser Weise zum ‹Inneren› unserer Religion. Zu ihr haben wir somit Beziehungen wie zu keiner anderen Religion. Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren Brüder.»5

Dem Wort von den «älteren Brüdern» sei nachgegangen. Es hat im Dialog und theologischen Austausch ein vielfaches Echo gefunden. Nicht zuletzt polnische Wortmeldungen haben darauf aufmerksam gemacht, dass Johannes Paul II. zu diesem Wort wohl vom polnischen Dichter Adam Mickiewicz (1798- 1855) angeregt wurde.6 Die Gedichte und Schriften von Mickiewicz gehörten zur Schullektüre des Schülers Karol Józef Wojtyła, wozu besonders sein Geschichtslehrer Gebhardt beitrug.7 Das Verständnis der Juden als «unsere älteren Brüder» (und Schwestern) hatte bei Johannes Paul II. ein eigenes Gewicht mit theolog-scher Relevanz.

Es ist ein Wort, das der Papst in der römischen Synagoge nicht neutral geäußert hat – als eine Aussage in der dritten Person über das jüdische Volk. «Er macht eine mündliche Aussage in der zweiten Person, eine Aussage an eine lebendige Gemeinde von jüdischen Betern. Ihr seid ältere Brüder im Glauben, in dem Glauben, den wir bei all unseren Unterschieden teilen. Ihr seid unsere älteren Brüder in einem gemeinsamen Glauben in diesem Moment.»8 Der Papst wiederholte dieses Wort in mehreren weiteren Zusammenhängen und zwar als eine Aussage «in der dritten Person» über das jüdische Volk. So schrieb er im Vorfeld seines zweiten Pastoralbesuchs in den Vereinigten Staaten 1987 dem Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz Erzbischof John L. May, dass es sein pastorales Bemühen sei, in seinem Pontifikat «unsere Beziehungen zu den Juden – ‹unseren älteren Brüdern im Glauben Abrahams› – weiterzuentwickeln und zu vertiefen.»9 Und seine Ansprache bei der Generalaudienz vom 28. April 1999, an der jüdische Gäste besonders aus den Vereinigten Staaten teilnahmen, war vor allem den Fragen des Verhältnisses der Kirche zum Judentum und jüdischen Volk gewidmet. Der interreligiöse Dialog – so die Eingangsbemerkung – beziehe sich «vor allem auf die Juden, ‹unsere älteren Brüder›, wie ich sie anlässlich des denkwürdigen Treffens mit der jüdischen Gemeinde der Stadt Rom am 13. April 1986 genannt habe.»10 Schließlich wiederholte der Papst das Wort beim Höhepunkt des Pontifikats und seiner Bemühungen um eine neue Beziehung zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk, nämlich während seines Besuchs des Heiligen Landes bzw. Israels vom 20. bis 26. März 2000. Er besuchte dabei das Oberrabbinat «Hechal Shlomo» in Jerusalem und betonte in seiner kurzen Ansprache an die Oberrabbiner: «Ich wiederhole hier, was ich schon anlässlich meines Besuches bei der jüdischen Gemeinde von Rom sagte: Wir Christen sind uns bewusst, dass das religiöse Erbe der Juden für unseren eigenen Glauben wesentlich ist: ‹Ihr seid unsere älteren Brüder› (vgl. Ansprache in der Synagoge von Rom am 13. April 1986, 4). Wir hoffen, dass das jüdische Volk anerkennen wird, dass die Kirche den Antisemitismus und jede Form von Rassismus radikal verurteilt.»11

Dass das Wort von den «älteren Brüdern» (und Schwestern) seine eigene theologische Dimension hat, ist Papst Franziskus bewusst, der in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires enge Kontakte mit der jüdischen Gemeinde pflegte. Bei seinen Besuchen und Begegnungen nahm er das Wort von den Juden als den «älteren Brüdern» oft auf.12 So verwundert es nicht, dass er bei seinem Besuch der Großen Synagoge Roms am 17. Januar 2016 darauf hinwies, dass Papst Johannes Paul II. bei seinem historischen Besuch der Synagoge am 13. April 1986 «den schönen Ausdruck ‹ältere Brüder›» geprägt habe. Seine Zustimmung zu diesem Wort erläuterte Franziskus: «in der Tat seid ihr unsere älteren Brüder und unsere älteren Schwestern im Glauben. Wir gehören alle zu einer einzigen Familie, zur Familie Gottes, der uns als sein Volk begleitet und schützt.»13 Franziskus unterstrich damit das Selbstverständnis, demzufolge das Christsein nur in der Zustimmung zur jüdischen Herkunft recht verstanden werden kann. Das Wort von den «älteren Brüdern» (und Schwestern) besagt ebenso, dass beide derselben Familie angehören und einen gemeinsamen Vater haben. Die Beziehung von Kirche und Judentum ist keine zufällige Verbindung, sondern eine vorgegebene und unlösbare Verbindung. Es ist eine durch Gott gestiftete Verbundenheit, die sich in der Besinnung auf das Geheimnis der Kirche zum Bewusstsein bringt. Johannes Paul II. sprach selbst davon, «dass die Bande zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk sich auf den Plan des Bundesgottes gründen».14 Die Verbundenheit hat eine solche Qualität, dass sich kein eindimensionales «Außerhalb» von Kirche und Judentum theologisch verantworten lässt, sondern eher «in gewisser Weise» von einer Zugehörigkeit im «Inneren» zu sprechen ist. Das Christentum begegnet dem Judentum also im Inneren seiner selbst.15

Eine theologische Verbundenheit bei bestehen bleibender Differenz


Papst Johannes Paul II. ist sich bewusst, dass das Wort von den «älteren Brüdern» (und Schwestern) als Ausdruck einer theologisch bestimmten Verbundenheit eine kirchliche Selbstaussage ist, welche der jüdischen Seite keine Zustimmung abnötigt. Er weist bei seiner Ansprache in der römischen Synagoge vom 13. April 1986 «jeden Synkretismus und jede zweideutige Vereinnahmung» zurück und pointiert den bleibenden Unterschied zwischen Kirche und Judentum als «grundsätzliche(n) Unterschied in der Zustimmung der Katholiken zur Person und zur Lehre Jesu von Nazareth». Solche Zustimmung gehört – wie er weiter ausführt – «dem Bereich des Glaubens an […] Sie darf niemals in dem einen oder anderen Sinn zum Gegenstand von äußerem Druck werden. Das ist der Grund dafür, warum wir bereit sind, den Dialog unter uns in Loyalität und Freundschaft sowie in der Achtung vor den inneren Überzeugungen der einen und der anderen zu vertiefen, indem wir die Elemente der Offenbarung, die wir als ‹großes geistiges Erbe› gemeinsam haben (vgl. Nostra aetate, Nr. 4), als wesentliche Grundlage nehmen.»16

Wenige Monate später nahm Papst Johannes Paul II. nochmals Anlass, die Gemeinsamkeit theologischer Betrachtung bei bleibendem fundamentalem Unterschied zu unterstreichen. Er empfing am 6. November 1986 die Teilnehmer/ innen eines theologischen Kolloquiums zum Thema «Heil und Erlösung in Judentum und Christentum» in Privataudienz. Als Augenzeuge ist mir ein Doppeltes aus dieser Audienz in Erinnerung: Zum einen hat er den theologischen Austausch ausdrücklich ermutigt, insofern dieser den Glauben organisch vertieft: «Theologische Überlegung ist ein Teil der angemessenen Antwort des menschlichen Verstandes und gibt somit Zeugnis von unserer bewussten Annahme des Geschenkes Gottes». Weil aus ihr eine Vertiefung des Glaubens erwächst, legen die jüdische und die christliche Tradition «stets so hohen Wert auf das religiöse Studium». Die päpstliche Bekräftigung theologischer Arbeit hat damals nicht nur die katholischen Teilnehmer im Selbstverständnis als Theologen ermutigt. Zum anderen geschah sein Nachdruck im Bewusstsein der christlich-jüdischen Differenz: «Während uns der Glaube an Jesus Christus von unseren jüdischen Brüdern und Schwestern unterscheidet und trennt, können wir gleichzeitig mit tiefer Überzeugung ‹das Band› bestätigen, ‹wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist›». Es ist ein Band, das «uns trotz unserer Unterschiede zu Brüdern macht». Der Papst verknüpfte die Wertschätzung theologischer Bemühung mit der Überzeugung der Verbundenheit bei bestehen bleibender Differenz, als er fortfuhr und das Gemeinsame gleichsam in Gottes Geheimnis rückverlagerte: «es ist ein unergründliches Gnadengeheimnis, das wir voll Vertrauen und Dankbarkeit gegenüber einem Gott zu untersuchen wagen, der uns die gemeinsame Betrachtung seines Heilsplans gewährt.»17

Beim Besuch der römischen Synagoge, aber auch in der zitierten Ansprache einige Monate später zeigte sich: Der Weite des Herzens von Johannes XXIII. entsprach bei Johannes Paul II. eine Weite des theologischen Horizonts im Blick auf das jüdische Volk und Judentum. In Deutschland konnte man dies schon beim ersten päpstlichen Pastoralbesuch im November 1980 wahrnehmen. Er hatte für diesen Besuch eine Begegnung mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Rabbinerkonferenz erbeten, zu der es am 17. November 1980 im Mainzer Dommuseum kam. Bei seiner Ansprache machte er sich ein Wort der deutschen Bischöfe zu eigen, die in ihrer wenige Monate zuvor veröffentlichten Erklärung über das Verhältnis der Kirche zum Judentum gesagt hatten: «Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum».18 In dieser knappen Aussage ist eine Sicht zum Menschsein Jesu angelegt, die der Papst in späteren Aussagen weiter entfaltete. Er unterstrich sein Interesse am christlich-jüdischen Dialog besonders in Deutschland und kennzeichnete ihn als Dialog zwischen zwei Religionen auf der Ebene ihrer heutigen Identität. Dabei prägte er ein Wort, das eine lange kirchliche Tradition korrigierte. Für nicht wenige Christen gilt der Bund Gottes mit Israel als veraltet, überholt, abgetan oder erledigt. Demgegenüber sprach der Papst in seiner Mainzer Ansprache von «dem Gottesvolk des von Gott nie gekündigten (vgl. Röm. 11,29) Alten Bundes». Es hat um dieses päpstliche Wort, das sich besonders auf Römer 9–11 stützt, in der Kurie und ihrem Umfeld eine Diskussion darüber gegeben, ob die päpstliche Position vom Neuen Testament gedeckt sei. Bibelwissenschaftler wandten ein, darin seien wichtige Aussagen etwa im Hebräerbrief (Hebr 8) oder im zweiten Korintherbrief (2 Kor 3) zu wenig bedacht. Die Bedenken haben Johannes Paul II. nicht von seiner theologischen Linie abdrängen können. Vielmehr hat er seine Position bei weiteren Begegnungen mit jüdischen Repräsentanten wiederholt.19 Es war diese päpstliche Hartnäckigkeit, die den Katechismus der Katholischen Kirche von 1993, der in den Aussagen zum Judentum ein gewisses Schwanken zeigt, knapp feststellen lässt: «der Alte Bund ist nie widerrufen worden» (Nr. 121).20

Das Mainzer Wort aus dem Jahr 1980 war weit mehr als eine bloße Bekundung des guten Willens. Mit Christian Geyer lässt sich sagen: «Damals in Mainz stellte der slawische Papst seine prägnante Wendung vom nie gekündigten Bund als hermeneutischen Schlüssel für den katholisch-jüdischen Dialog vor.»21 Es gab in den nachfolgenden Jahren des Pontifikates die Richtung der Gedanken und Motive in den überaus zahlreichen Ansprachen zum Verhältnis von Kirche und jüdischem Volk an, welche die Konzilserklärung Nostra aetate nicht nur zitierten, sondern das dort Implizite entfalteten und ausführten. Die Ansprachen hielt Johannes Paul II. meist bei seinen Pastoralreisen und der von ihm erwünschten Zusammenkunft mit der jüdischen Gemeinschaft des jeweiligen Landes oder bei seinen zahlreichen Audienzen gegenüber jüdischen Besuchergruppen im Vatikan, aber auch gelegentlich bei seinen allgemeinen Predigten oder Audienzen. Diese Aussagen könnte man als Kern der Israelsicht von Johannes Paul II. folgendermaßen zusammenfassen:

Der mit Mose geschlossene Alte Bund ist von Gott nie gekündigt worden. Das jüdische Volk steht nach wie vor in einer unwiderruflichen Berufung und ist immer noch Erbe jener Erwählung, der Gott treu ist. Es ist geradezu das «Volk des Bundes». Es hat im Blick auf sein Leiden in der Schoa eine Sendung vor allen Menschen, vor der ganzen Menschheit und auch vor der Kirche. Die Heilige Schrift der Kirche kann nicht getrennt werden von diesem Volk und seiner Geschichte. Die Tatsache, dass Jesus Jude war und sein Milieu die jüdische Welt war, ist nicht ein einfacher kultureller Zufall. Wer diese Bindung lösen und durch eine andere religiöse Tradition ersetzen wollte, würde die Identität der Person Jesu Christi verlieren und die Wahrheit der Menschwerdung des Sohnes Gottes selbst angreifen. Die jüdische Religion ist für die Kirche nicht etwas «Äußerliches», sondern gehört in gewisser Weise zum Inneren der christlichen Religion. Zu ihr haben die Kirche und Christen Beziehungen wie zu keiner anderen Religion. Die Juden sind «unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren Brüder». Der Antisemitismus ist eine Sünde gegen Gott und die Menschheit.

Betonung der menschlichen Identität Jesu als Sohn Israels

Ein Akzent der päpstlichen Sicht der Verbundenheit von Kirche und Judentum hat nachhaltig auf die Theologie eingewirkt: es ist die Anleitung von Johannes Paul II., die Wirklichkeit der Menschwerdung des Sohnes Gottes sehr konkret zu bedenken. Anfänglich angelegt ist solches Bedenken in dem bereits zitierten Satz seiner Ansprache vom 17. November 1980 in Mainz: «Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum». Diese Aussage aus gleichsam phänomenologischer Sicht hat im Menschsein und in der Identität Jesu Christi ihren Anhalt und Grund. Dies bedenkend, stieß Johannes Paul II. wie von selbst auf das jüdisch-palästinische Milieu des ersten Jahrhunderts und vergegenwärtigte sich die Familie und das Volk Jesu von Nazareth. Am 11. April 1997 ging er in einer Ansprache an die Mitglieder der Päpstlichen Bibelkommission auf die untrennbare Verbundenheit des Neuen Testaments mit dem Alten Testament ein. Bei seiner Betonung der Notwendigkeit des Alten Testamentes kommt er auf die menschliche Identität Jesu zu sprechen. Er bot eine Art Kurzformel dafür: «In der Tat kann man das Mysterium Christi gar nicht vollends zum Ausdruck bringen, wenn man nicht auf das Alte Testament zurückgreift. Die menschliche Identität Jesu wird von seiner Bindung an das Volk Israel her bestimmt, war er doch aus dem Geschlecht Davids und ein Nachkomme Abrahams, und es handelt sich dabei nicht nur um eine physische Zugehörigkeit. Jesus nahm an den synagogalen Zeremonien teil, bei denen die Texte des Alten Testaments gelesen und kommentiert wurden, und so nahm er auch auf menschliche Weise Kenntnis von jenen Texten… So wurde er ein echter Sohn Israels, tief verwurzelt in der langen Geschichte seines Volkes». Der Papst war überzeugt davon, dass die Menschwerdung einer Jahrhunderte währenden Vorbereitung bedurfte, «um ihren Sinngehalt erkennen zu lassen; denn sonst wäre Christus nur, gleich einem Meteoriten, der zufällig auf die Erde fällt, ohne jegliche Verbindung mit der menschlichen Geschichte». Die Inkarnation hat ihren konkreten geschichtlichen Ort. Deshalb ist «diese Verwurzelung der Fleischwerdung in der Geschichte und folglich auch die Eingliederung Christi in die Geschichte des Volkes Israel» so wesentlich und grundlegend. Diese Verwurzelung Jesu fordert die theologische Arbeit heraus. Es ist eine Arbeit, die einem Gremium wie der Päpstlichen Bibelkommission obliegt und zu der der Papst nüchtern feststellt, dass sie «natürlich schwierige Aspekte und empfindliche Punkte mit sich» bringt, die «jedoch äußerst vielversprechend und reich an großen Hoffnungen» ist.22

Die theologische Konkretion des Menschseins Jesu Christi als Sohn Israels war dem Papst ein wichtiges Anliegen. Sie gehört zu den Fortschreibungen systematisch-theologischer Art in der Rezeptionsgeschichte von Nostra aetate. Im Rahmen der Vorbereitung des Großen Jahrs 2000 hatte Johannes Paul die Historisch-Theologische Kommission zur Vorbereitung der Jahrtausendfeier eigens aufgefordert, sich bei der kirchlichen Gewissenserforschung neben dem Problem der Wurzeln des Antijudaismus in christlichen Milieus mit grundlegenden theologischen Fragen auseinanderzusetzen. So kam es zu einem vatikaninternen Kolloquium vom 30. Oktober bis 1. November 1997.23 Der Papst empfing die Teilnehmer der vatikaninternen Konsultation am 31. Oktober 1997 und sprach das Verhältnis der Kirche zum jüdischen Volk erneut theologisch an. Er war schon wahrnehmbar von seiner Krankheit gezeichnet. Umso mehr überraschte er die Audienzteilnehmer/innen mit der Präsenz, in der er seine grundlegenden theologischen Gedanken vortrug. Er bekräftigte nicht nur die Fortdauer der Erwählung Israels, was ausführlicher Gegenstand eines internen Austauschs unter den deutschen Kolloquiumsteilnehmern wurde. Der Papst nannte das jüdische Volk nicht nur schlicht das «Volk des Bundes», sondern führte auch aus: «Die Schrift kann nicht getrennt werden von diesem Volk und seiner Geschichte, die zu Christus, dem verheißenen und erwarteten Messias, dem menschgewordenen Gottessohn, hinführt … Manche Menschen betrachten die Tatsache, dass Jesus Jude war und dass sein Milieu die jüdische Welt war, als einfachen kulturellen Zufall, der auch durch eine andere religiöse Tradition ersetzt und von der die Person des Herrn losgelöst werden könnte, ohne ihre Identität zu verlieren. Aber diese Leute verkennen nicht nur die Heilsgeschichte, sondern noch radikaler: Sie greifen die Wahrheit der Menschwerdung selbst an und machen eine authentische Auffassung der Inkulturation unmöglich.»24

Mit Nachdruck unterstrich Johannes Paul II. also, dass die Menschwerdung des Sohnes Gottes ihren spezifischen Ort in der Geschichte Israels hat. Dieser spezifische Ort gehört zum «Mysterium» der Menschwerdung. Die Menschwerdung des Sohnes Gottes greift in Jesus Christus nicht sogleich und unvermittelt auf das allgemein Menschliche aus. Vielmehr ist Jesus Christus ein «echter Sohn Israels». Das betrifft nicht nur die Vorgeschichte der Menschwerdung, sondern das Leben und Wirken Jesu selbst. Mit neutestamentlichen Hinweisen darauf unterstrich der Papst die konkrete Wirklichkeit der Menschwerdung. Eine Trennung von der Verwurzelung der wirklichen Menschwerdung bedeutet Entleerung des Sinns ihres Mysteriums. Die Bindung an das Volk Israel bestimmt die menschliche Identität Jesu über eine physische Zugehörigkeit hinaus. Die so konkret bestimmte Wirklichkeit ist eine Grundkomponente seiner Identität, ohne die das Mysterium Christi nicht voll zum Ausdruck gebracht werden kann. Der Papst geißelte die Vernachlässigung dieser heilsgeschichtlichen Konkretion, als er sie einen Angriff auf «die Wahrheit der Menschwerdung selbst» nannte. In seiner Aussage steckt implizit ein kräftiges Plädoyer, ja ein anfordernder Zuspruch und Auftrag an die Theologie, die jüdische Identität Jesu theologisch ganz ernst zu nehmen. Der Versuch solcher Ernstnahme zeigt sich z.B. in den Versuchen, die Menschwerdung als «Judewerdung» zu erläutern.25

Päpstliche Gesten als Kommentar theologischer Aussagen


Die lehrmäßigen und Nostra aetate durchaus weiterführenden Aussagen von Johannes Paul II. haben in seinen großen Gesten ihren eigenen Kommentar erhalten. Vor allem hat sich dem Weltgedächtnis neben seinem historischen Besuch der römischen Synagoge vom 13. April 1986 als besonders wichtige Geste seines Pontifikats der Besuch Israels und Jerusalems im März 2000 tief eingeprägt. Sein Besuch an der Westmauer des Tempels, die in der jüdischen Frömmigkeit als Ort der Gegenwart Gottes und seiner schechina gilt, bezeugte mit der dort hinterlegten Vergebungsbitte den festen päpstlichen Willen, die Zeit der Demütigung des jüdischen Volkes definitiv zu beenden und einer neuen Ära im Verhältnis der Kirche zum jüdischen Volk verpflichtet zu sein: «Gott unserer Väter, du hast Abraham und seine Nachkommen auserwählt, deinen Namen zu den Völkern zu tragen. Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte deine Söhne und Töchter leiden ließen. Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes.»26 Das Gebet enthält die Bitte um Verzeihung. Nostra aetate enthielt noch nicht eine entsprechende Bitte um Vergebung, sondern beschränkte sich auf das Beklagen der Manifestationen des Antisemitismus. Der in der Westmauer hinterlegte Text ist mit der Vergebungsbitte in der großen Liturgie vom Ersten Fastensonntag am 12. März 2000 in St. Peter in Rom bis auf die dortige christologische Schlussbitte identisch.

Dass der oberste Repräsentant der katholischen Kirche um Vergebung von Schuld bittet: das habe « – will man diese Metapher aufgreifen – das Exil der römisch-katholischen Kirche bez. der Schuld-Vergessenheit von Christen gegen Juden beendet».27 Eine vergleichbare Bitte um Vergebung habe – so der evangelische Theologe Eberhard Jüngel – «es bisher in der Geschichte der katholischen Kirche nicht gegeben.» Aus der gesamten Kirchengeschichte sei keine vom päpstlichen Amt selbst vorgetragene Bitte um «Vergebung für Verfehlungen der Vergangenheit» bekannt. Theologische Einwände, dass eine Institution überhaupt schuldig werden könne, übersehen, dass die Kirche «nicht weniger als der ‹Leib Christi› zu sein beansprucht. In Christi Namen redet sie… in seinem Namen vergibt sie Sünden.» So müsse sie aber auch «wie eine Person auf die in ihrem Namen begangenen Sünden ansprechbar und dafür haftbar sein und diese Schuld als ihre ureigene eingestehen.» Das sei nicht nur im Blick auf die jüdischen Opfer «ein unerlässlicher und den innerhalb und außerhalb Israels lebenden Juden geschuldeter Akt, sondern das ist ineins damit auch für die ihr ‹Gedächtnis reinigende› Kirche ein ausgesprochen befreiender Akt.»28 Die Westmauer von Jerusalem als Ort der Vergebungsbitte hat der päpstlichen Anerkenntnis der Schuld eine eigene Aufmerksamkeit gegeben und erleichterte die jüdische Wahrnehmung der Aussage, dass der Papst die jüdischen Männer und Frauen «Söhne und Töchter» Gottes nennt. Weiterhin wurde jüdischerseits die Anerkennung der jüdischen Sendung, den Namen Gottes zu den Völkern zu tragen, ebenso registriert wie die Kennzeichnung «Volk des Bundes».

Aber man darf andere wichtige Gesten dieses Papstes nicht vergessen: seinen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vom 7. Juni 1979; die Weltgebetstage der Religionen für den Frieden in Assisi 1986 und 2002; seinen Brief an die Schwestern des Karmelkonvents von Auschwitz vom 9. April 1993, der ein für Juden schweres Ärgernis beseitigte; die jüdischerseits lang erhoffte völkerrechtliche Anerkennung des Staates Israel im Grundlagenvertrag vom 31. Dezember 1993; die nur mit einem Seitenhinweis angesprochene Liturgiefeier mit dem Akt der Schuldanerkenntnis vom Ersten Fastensonntag 2000 in St. Peter zu Rom; sein Gedenken an das nationalsozialistische Massaker an ukrainischen Juden von 1941 in der Schlucht von Babyn Jar bei seinem Ukraine-Besuch am 24. Juni 2001.

Die Jahre seines Pontifikats waren gleichwohl auch von Verstimmungen im katholisch-jüdischen Verhältnis begleitet; sie führten dazu, dass sich der Argwohn des jüdischen Anfangsechos auf Johannes Paul II. lange hielt. Aber der Papst hat diese Verstörungen in der Regel konstruktiv bearbeitet, ob sie die Treffen mit Palästinenserführer Jassir Arafat 1982 oder mit dem österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim 1987 betrafen oder die Kontroversen um die Selig- und Heiligsprechung Edith Steins 1987 bzw. 1998 oder um den Karmel von Auschwitz von 1985 bis 199329 oder um die Seligsprechung von Papst Pius IX. (2000) oder das Scheitern der Internationalen katholischjüdischen historischen Kommission zum Wirken von Pius XII. in den Jahren des Zweiten Weltkriegs (von 1999 bis 2001). Die Ambivalenz der jüdischen Reaktion überwand der Papst letztlich mit seinem Israel-Besuch von 2000. Er musste beim jüdischen Volk selbst «ankommen», um seine Menschen zu öffnen und ihnen zu vermitteln, dass es in ihm einen Freund habe.

Wegbereitung und Leben der päpstlichen Freundschaft zum jüdischen Volk

Die Öffnung auf Seiten des jüdischen Volks wurde besonders durch symbolträchtige Gesten und Besuche des Papstes gefördert. Die für die jüdische Wahrnehmung gewichtigste Geste war wohl der Israel-Besuch von 2000. In Jerusalem besuchte Johannes Paul II. u.a. die Holocaustgedenkstätte Jad WaSchem. Bei der Begegnung mit Überlebenden der Schoa in Jad WaSchem wurde etwas von der biographischen Wegbereitung für seine so ungewöhnliche «Interessiertheit» an der Heilung des christlich-jüdischen Verhältnisses deutlich. Eine der Überlebenden war in Jad WaSchem Edith Zierer, die im Januar 1945 als 14-Jährige – nach zweijährigem KZ-Aufenthalt – ausgemergelt und unbeachtet von den Menschen in einer Ecke eines polnischen Bahnhofs in der Nähe Krakaus lag, von einem jungen Mann angesprochen, mit einem Becher Tee und mit Brot versorgt wurde und schließlich mehrere Kilometer auf den Schultern von diesem Mann nach Krakau getragen wurde; dieser junge Mann war Priesterseminarist und hieß Karol Wojtyła. Johannes Paul II. sprach in Jad WaSchem seine Zeit als junger Mensch in seinem Heimatort Wadowice nahe Krakau an: «Ich erinnere mich an meine jüdischen Freunde und Nachbarn. Manche von ihnen kamen um, andere haben überlebt.»30 Der junge Wojtyła hatte seine jüdischen Nachbarn und ihre Gemeinde in dem Bewusstsein wahrgenommen, dass wir alle Kinder Gottes sind. Er war zu einer ganz unbefangenen Freundschaft mit jüdischen Schulkameraden fähig.31 Umso notvoller erlebte Karol Wojtyła die fürchterliche Grausamkeit der Nationalsozialisten mit, die in Polen und dem nicht weit entfernten Konzentrationslager Auschwitz fast ausschließlich jüdische Menschen traf.

Seine «Interessiertheit» an der Heilung des christlich-jüdischen Verhältnisses ist nicht die Frucht der Begegnung mit jüdischen Repräsentanten und Gemeinden im Laufe seines Pontifikats, sondern ist in seiner frühen Biografie grundgelegt. So bekennt er, dass hinter den Worten des Konzils von den Anfängen des christlichen Glaubens bei Moses und den Propheten oder vom gemeinsamen geistlichen Erbe der Juden und Christen die Erfahrung von vielen Menschen und auch von ihm steht. «Ich erinnere mich vor allem an die Grundschule in Wadowice, wo mindestens ein Viertel der Schüler meiner Klasse Juden waren. Und zu erwähnen wäre da auch meine damalige Freundschaft mit Jerzy Kluger, einem dieser Jungen, die bis heute anhält. Ich habe immer noch das Bild vor Augen, wie sich die Juden jeden Samstag in die hinter unserem Gymnasium gelegene Synagoge begaben. Beide Religionsgruppen, Katholiken und Juden, bildeten eine Einheit, und dies, so vermute ich, deswegen, weil sie sich bewusst waren, denselben Gott anzubeten. Trotz der sprachlichen Unterschiede beruhten die Gebete in der Kirche und in der Synagoge in hohem Maße auf denselben Texten.» Diese während der Kindheit und Jugend erlebte «Einheit» zwischen Katholiken und Juden wird jedoch brutal zerstört: «Dann kam der Zweite Weltkrieg mit den Konzentrationslagern und der systematisch geplanten Menschenvernichtung. Als erste hatten dies die Söhne und Töchter der jüdischen Volksgruppe zu erleiden, und zwar nur deshalb, weil sie Juden waren. Wer immer damals in Polen wohnte, kam, wenn auch nur indirekt, mit dieser Tatsache in Berührung. Das war somit auch meine persönliche Erfahrung, eine Erfahrung, die ich heute noch in mir trage.»32

Johannes Paul II. trug diese persönliche Erfahrung bei seinen so zahlreichen Begegnungen mit jüdischen Menschen, Delegationen und Gemeinden während des langen Pontifikats in sich. Die Konfrontation mit Auschwitz war bei ihm als Erfahrung auch über die Begegnung mit jüdischen Menschen hinaus sehr präsent. Wie sehr er Auschwitz aber als Ort vorwiegend des jüdischen Leidens achtete, zeigte sich u.a. darin, dass er statt des Begriffs des Holocaust ab 1987 zunehmend den hebräischen Begriff der Schoa benutzte.33 Sein Mitleiden hat Johannes Paul II. bis in seine letzten Lebenstage bewahrt. Wenige Wochen vor seinem Tod ließ er eine Botschaft vom 15. Januar 2005 zum 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Kardinal Jean-Marie Lustiger beim Gedenkakt in Auschwitz (am 27. Januar 2005) vortragen.34 Und am 18. Januar 2005 empfing er in einer Privataudienz eine große Gruppe von Rabbinern, Kantoren und weiteren jüdischen Repräsentanten, die ihm versicherten: «Ihre Bitte um Verzeihung während Ihrer Pilgerfahrt ins Heilige Land lebt fort in den Herzen von Juden in der ganzen Welt.»35 Die teilnehmenden Rabbiner repräsentierten die Hauptströmungen des Judentums und dankten dem Papst für seine Bemühungen um ein besseres Verstehen und einen gegenseitigen Respekt zwischen Juden und Katholiken. Rabbiner Jack Bemporad, Direktor des Zentrums für Interreligiöses Verständnis in New Jersey, würdigte die Bemühungen des Papstes mit dem Satz: «Kein Papst hat so viel getan bzw. sich so sehr um die Schaffung einer brüderlichen Beziehung zwischen Katholiken und Juden bemüht wie Papst Johannes Paul II. Für mich ist es einfach revolutionär.»36 Israels Ministerpräsident Ehud Barak hatte beim päpstlichen Besuch der Gedenkstätte Jad WaSchem vom 23. März 2000 auf die Ansprache von Johannes Paul II. u.a. mit den Worten geantwortet: «Sie haben sich mehr als irgend jemand sonst dafür eingesetzt, den historischen Richtungswechsel in der Haltung der Kirche gegenüber den Juden herbeizuführen».37 Dass diese Einschätzung nicht nur jüdischerseits geäußert wird, macht Walter Kardinal Kasper, vieljähriger Präsident der Kommission für die religiösen Beziehungen mit den Juden, deutlich: «Er war der Papst, der in der langen Geschichte der Päpste am meisten für die Juden und das jüdischchristliche Verhältnis getan hat.»38 Ähnlich äußerte sich Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn: Was Johannes Paul II. für die Verbesserung des Verhältnisses zum Judentum geleistet habe, sei «mehr, als viele Jahrhunderte es getan haben.»39 Dank des Pontifikats von Johannes Paul II., dieses großen Freundes des jüdischen Volkes, stehen wir in einem konstruktiven Klima der katholischjüdischen Beziehung. Sein Vermächtnis zu bewahren und zu bewähren, ist bleibende Aufgabe von Kirche und Theologie.

Anmerkungen

1 Roman A. Siebenrock, Theologischer Kommentar zur Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra aetate, in: Peter Hünermann – Bernd Jochen Hilberath (Hg.), Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil, Band 3, Freiburg 2005, 591–693; Jan-Heiner Tück (Hg.), Erinnerung an die Zukunft. Das Zweite Vatikanische Konzil, Freiburg 2012; Andreas Renz, Die katholische Kirche und der interreligiöse Dialog. 50 Jahre «Nostra aetate» – Vorgeschichte, Kommentar, Rezeption, Stuttgart 2014; John Connelly, Juden – Vom Feind zum Bruder. Wie die Katholische Kirche zu einer neuen Einstellung zu den Juden gelangte, Paderborn 2016, 205–233; Hans Hermann Henrix, Israel trägt die Kirche. Zur Theologie der Beziehung von Kirche und Judentum (Forum Christen und Juden 17), Berlin – Münster 2019, 7–27.
2 Murray Watson, «The Best Pope the Jews Ever Had». Jewish Reactions to the Death of Pope John Paul II, in: Studies in Christian-Jewish Relations 7 (2012) 1–18.
3 Johannes Paul II., Ansprache beim Besuch der Großen Synagoge Roms am 13. April 1986, in: Rolf Rendtorff – Hans Hermann Henrix (Hg.), Die Kirchen und das Judentum, Bd. I: Dokumente von 1945 bis 1985, Paderborn – Gütersloh 20013 (im Folgenden: KuJ I), 106–111, hier 107.
4 So die zutreffende Kennzeichnung der Ansprache in der Synagoge bei Johanna Rahner, Versöhner zwischen den Religionen. Das religionstheologische Erbe Johannes Pauls II., in: Stephan Goertz – Magnus Striet (Hg.), Johannes Paul II. – Vermächtnis und Hypothek eines Pontifikats (Katholizismus im Umbruch 12), Freiburg 2020, 178–223, hier 181. Neben der «programmatischen» Inhaltlichkeit weist der Besuch der großen Synagoge Roms eine weitere «programmatische» Dimension auf: die Beziehung von Papst und Oberrabbiner Elio Toaff, der den Papst mit einem Kuss empfing und mit ihm in der Synagoge bis zur Empore vor dem Toraschrein ging. Dieser Geste folgte u.a. eine «programmatische» Rede des Rabbiners, die dokumentiert ist in: KuJ I, 638–641. Die besondere Beziehung zwischen Johannes Paul II. und Oberrabbiner Toaff fand ihren Ausdruck auch darin, dass der Papst in seinem Testament «des Rabbiners von Rom» gedachte – und zwar nur dem Rabbiner gegenüber; siehe: Testament von Papst Johannes Paul II, in: http://www.vatican.va/gpII/documents/testamento-jp-ii_20050407_ge.html (abgerufen am 12.08.2020). Die besondere Beziehung bezeugte auch Papst Benedikt XVI., als er Rabbiner Toaff zu seinem 90. Geburtstag eine Botschaft schickte und darin die Beziehung des Oberrabbiners zu Papst Johannes Paul II. ansprach: Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag des emeritierten Oberrabbiners von Rom, Elio Toaff (vom 30. April 2005), in: http://www.vatican.va/content/benedictxvi/ de/letters/2005/documents/hf_ben-xvi_let_20050430_rabbino-toaff.html (abgerufen am 12.08.2020).
5 Johannes Paul II., Ansprache beim Besuch der Großen Synagoge (s. Anm. 3), 109.
6 Stanislaw Krajewski, Pope John Paul II`s Encounters with Polish Jews, in: Studies in Christian-Jewish Relations 15, no. 1 (2020) 1–18, hier 2. Ähnlich David G. Dalin, John Paul II and the Jews, in: https://www.firstthings.com/web-exclusives/2007/12/john-paul-ii-and-the-jews (31.01.2018) und Andrea Riccardi, Johannes Paul II. Die Biografie, Würzburg 2012, 700f.
7 Gian Franco Svidercoschi, Brief an einen jüdischen Freund. Karol Wojtyla und Jerzy Kluger, Graz – Wien – Köln 1993, 38f. So auch Rabbiner David Rosen in seiner Vorlesung «Christian-Jewish Relations: The Legacy of Pope John Paul II» vom 2. Februar 2004 in der Georgetown University Washington, in: https://www.rabbidavidrosen.net/christian-jewish-relations/ (abgerufen am 22.07.2020); Riccardi, Johannes Paul II (s. Anm. 6), 61 und Matthias Drobinski – Thomas Urban, Johannes Paul II. Der Papst, der aus dem Osten kam. Eine Biographie, München 2020, 24, 29 und 38.
8 Bruce D. Marshall, Elder Brothers: John Paul II’s Teaching on the Jewish People as a Question to the Church, in: David Dalin – Matthew Levering (Hg.), John Paul II and the Jewish People. A Jewish-Christian Dialogue, Lanham 2008, 113–129, hier 117.
9 Johannes Paul II., Brief an Erzbischof John L. May (Saint Louis), Vorsitzender der Nationalen Konferenz der katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten von Amerika vom 8. August 1987, in: Hans Hermann Henrix – Wolfgang Kraus (Hg.), Die Kirchen und das Judentum, Bd. II: Dokumente von 1986 bis 2000, Paderborn – Gütersloh 2001 (im Folgenden: KuJ II), 26–28, hier 27.
10 Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz am 28. April 1999, in: KuJ II, 125–127, hier 125.
11 Johannes Paul II., Ansprache beim Besuch im Oberrabbinat «Hechal Shlomo» in Jerusalem am 23. März 2000, in: http://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/de/speeches/2000/jan-mar/documents/ hf_jp-ii_spe_20000323_chief-rabbis.html (abgerufen am 22.07.2020). Auch wenn das Wort von den «älteren Brüdern» (und Schwestern) nicht vorkommt, hat Johannes Paul II. den darin enthaltenen Sinn in seiner Botschaft an den Oberrabbiner von Rom, Rabbiner Riccardo Di Segni, vom 22.Mai 2004 ausgeführt und dabei u.a. bekräftigt: «Ihr seid weiterhin das erste Volk seines Bundes»: Johannes Paul II., Botschaft an Oberrabbiner Dr. Riccardo Di Segni anlässlich des 100. Jahrestages der Errichtung der römischen Synagoge vom 22. Mai 2004, in: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/speeches/2004/may/documents/hf_jp-ii_spe_20040523_rabbino-segni_ge.html (abgerufen am 24.07.2020).
12 So Giuseppe Nardi, Woher kommen die «älteren Brüder»? – Papst Franziskus besucht die Hauptsynagoge von Rom, in: https://katholisches.info/2016/01/16/woher-kommen-die-aelteren-bruederpapst-franziskus-besucht-die-hauptsynagoge-von-rom/ (abgerufen am 23.07.2020).
13 Franziskus I., Ansprache beim Besuch der Großen Synagoge Roms am Sonntag, 17. Januar 2016, in: http://w2.vatican.va/content/francesco/de/audiences/2015/documents/papa-francesco_20151028_udienza-generale.html (abgerufen am 20.01.2016).
14 Johannes Paul II., Ansprache an Delegierte nationaler Bischofskonferenzen für die Beziehungen mit dem Judentum vom 6. März 1982, in: KuJ I, 77–80, hier 78. Das Gewicht der Aussage bedenkt Rahner, Versöhner zwischen den Religionen (s. Anm. 4), 192f.
15 Dazu Jan-Heiner Tück, Gottes Augapfel. Bruchstücke zu einer Theologie nach Auschwitz, Freiburg 2016, 339–343 u.ö.; Gregor Maria Hoff, Gegen den Uhrzeigersinn. Ekklesiologie kirchlicher Gegenwarten, Paderborn 2018, 77f u.ö.
16 Johannes Paul II., Ansprache beim Besuch der Großen Synagoge Roms am 13. April 1986, in: KuJ, 109f.
17 Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer des Zweiten Internationalen Katholisch-Jüdischen Kolloquiums am 6. November 1986, in: KuJ II, 12–14, hier 13f.
18 Johannes Paul II., Ansprache an den Zentralrat der Juden in Deutschland und die Rabbinerkonferenz am 17. November 1980, in: KuJ I, 74–77, hier 74. Das Zitat ist dem Text entnommen: Die deutschen Bischöfe, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zum Judentum vom 28. April 1980, in: KuJ I, 260–280, hier 261.
19 So bei seiner Ansprache an die Repräsentanten der jüdischen Gemeinden Australiens am 26. November 1986 in Sydney (in: KuJ II, 14–16) oder an die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft der Vereinigten Staaten von Amerika am 11. September 1987 in Miami (in: KuJ II, 29) oder an die jüdische Gemeinde von Brasilia am 15. Oktober 1991 (in: KuJ II, 59f ).
20 Katechismus der Katholischen Kirche, München u. a. 2003, 68 und 250 (vgl. auch KuJ II, 63–75, hier 73 und 70f ).
21 Christian Geyer, Zwei Päpste übers Judentum – Ins Unreine geschrieben, in: FAZ – 18.07.2018; siehe auch in: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/ins-unreine-geschrieben-zweipaepste-uebers-judentum-15694573.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 (abgerufen am
21.04.2020). Vgl. auch Josef Wohlmuth, An der Schwelle zum Heiligtum. Christliche Theologie im Gespräch mit jüdischem Denken, Paderborn 2007, 70f.
22 Johannes Paul II., Ansprache an die Vollversammlung der Päpstlichen Bibelkommission am 11. April 1997, in: KuJ II, 102–105.
23 Das Kolloquium ist dokumentiert in: Radici dell’Antigiudaismo in Ambiente Cristiano. Atti del Simposio teologico-storico (30 ottobre – 1 novembre 1997) (Collana Atti e Documenti 8), Vatikanstadt 2000.
24 Johannes Paul., Ansprache an die Teilnehmer des vatikanischen Kolloquiums über die Wurzeln des Antijudaismus im christlichen Bereich am 31. Oktober 1997, in: KuJ II, 107–109, hier 108f. Die Bedeutung dieser päpstlichen Aussagen, denen zufolge das Judesein Jesu kein «kultureller Zufall» war, sondern zur «Wahrheit der Menschwerdung selbst» gehört, nimmt Helmut Hoping auf, wenn er betont:«Die Bindung an das Volk Israel bestimmte die Identität Jesu über seine physische Zugehörigkeit hinaus», so: Helmut Hoping, Jesus aus Galiläa. Messias und Gottes Sohn, Freiburg 2019, 342f (dort irrtümlich als Aussagen der Ansprache von Johannes Paul II. in der Großen Synagoge Roms zugewiesen).
25 Jan-Heiner Tück, Der Jude Jesus – ‹die Tora in Person›? Zu einem neueren christologischen Topos im jüdisch-christlichen Gespräch, in: Christian Danz – Kathy Ehrensperger – Walter Homolka (Hg.), Christologie zwischen Judentum und Christentum. Jesus, der Jude aus Galiläa, und der christliche Erlöser, Tübingen 2020, 183–207, hier 191f; Hans Hermann Henrix, Menschwerdung des Sohnes Gottes als Judewerdung. Zur christologischen Ernstnahme des Judeseins Jesu, in: https://www.nostra-aetate.unibonn. de/theologie-des-dialogs/menschwerdung-des-sohnes-gottes-als-judewerdung/menschwerdung-des-sohnes-gottes-als-judewerdung (02.12.2011) und Ders., Israel trägt die Kirche (s. Anm. 1), 177–200.
26 Johannes Paul II., Vergebungsbitte am 26. März 2000 an der Westmauer von Jerusalem, in: KuJ II, 161.
27 Hubert Frankemölle, Juden und Christen nach Johannes Paul II. Der Papst als Leser der heiligen Schriften, in: http://www.compass-infodienst.de/Hubert_Frankemoelle__Juden_und_Christen_nach_Johannes_Paul_II.227.0.html (abgerufen am 06.06.2011).
28 Eberhard Jüngel, Vergib uns unsere Schuld, in: DIE WELT, veröffentlicht am 1. April 2000, siehe auch in: https://www.welt.de/print-welt/article509894/Vergib-uns-unsere-Schuld.html (abgerufen am 01.05.2020).
29 Auf die Kontroversen weisen auch die Herausgeber der amerikanischen Dokumentenausgabe hin: Eugene J. Fisher – Leon Klenicki (Hg.), Pope John Paul II. Spiritual Pilgrimage. Texts on Jews and Judaism 1979 – 1995, New York 1995, XX–XXXIX, XXXV–XXXVII.
30 Johannes Paul II., Ansprache bei der Stunde der Erinnerung am 23. März 2000 in der Gedenkstätte Jad WaSchem von Jerusalem, in: KuJ II, 159f. Es gibt Stimmen, welche die Ansprache von Jad WaSchem als «den Höhepunkt der Bemühungen von Johannes Paul» bezeichnen, «um Christen und Juden zu versöhnen»; vgl. Mitchell Bard, Pope John Paul II: Pilgrimage to Israel (March 21-26, 2000), in: https://www.jewishvirtuallibrary.org/pope-john-paul-ii-israel-visit (abgerufen am 14.05.2020).
31 Vgl. die Begebenheiten dazu bei Ulrich Sahm, Stimmen aus Israel zum Tode des Papstes, in: www.ekiba.de/glaubeakt_6382.htm (abgerufen am 03.04.2005). Wie Karol Wojtyła in seiner Jugend ein «Freund der Juden» wurde, schildern Svidercoschi, Brief (s. Anm. 7); Riccardi, Johannes Paul II. (s. Anm. 6), 60–67 und Matthias Drobinski – Thomas Urban, Johannes Paul II. (s. Anm. 7), 22–33 und 209–213. Dass dies jedoch kein fragloses Idyll der Beziehung katholischer und jüdischer Menschen von Wadowice bedeutet, machen deutlich: Jane Barnes und Helen Whitney, John Paul II: His Life and Papacy, in: https://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/shows/pope/etc/bio.html (abgerufen am 27.04.2020).
32 Johannes Paul II., Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, hg. von Vittorio Messori, Hamburg 1994, 124. In z.T. anrührender Weise beschreibt Gian Franco Svidercoschi die Geschichte der Freundschaft von Karol Wojtyla und Jerzy Kluger: Brief (s. Anm. 7), 8f, 15f, 23–25, 34, 37, 47f u.ö.
33 Näheres dazu bei Hans Hermann Henrix, «Ihre Klage klingt noch fort». Äußerungen von Papst Johannes Paul II. zu Antisemitismus und Schoa, in: Freiburger Rundbrief NF 4 (1997) 115–125.
34 Johannes Paul II., Botschaft zum 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vom 15. Januar 2005, in: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/pont_messages/2005/documents/hf_jp-ii_mes_20050127_auschwitz-birkenau_ge.html (abgerufen am 03.02.2011).
35 Meldung vom 18. Januar 2005 unter der Überschrift: «Rabbiner danken dem Papst», in: http://www.vaticanradio.org/tedesco/tedarchi/2005/Januar05/ted18.01.05.htm (abgerufen am 18.05.2005).
36 Bericht «Pope John Paul II Meets Large Jewish Group in Vatican» – January 19, 2005, in: https:// www.jta.org/2005/01/19/archive/pope-john-paul-ii-meets-large-jewish-group-in-vatican (abgerufen am 11.07.2020). Vgl. auch Norbert Johannes Hofmann, Zeichen der Freundschaft im Jubiläumsjahr von Nostra aetate, in: Freiburger Rundbrief NF 12 (2005) 230f.
37 Ansprache von Premierminister Ehud Barak in Jad WaSchem am 23. März 2000, in: KuJ II, 969–972, 970f.
38 Walter Kardinal Kasper, Juden und Christen – das eine Volk Gottes, Freiburg 2020, 115.
39 Artikel «Schönborn über Johannes Paul II.: ‹Ganz großer Papst› mit Schwächen» – 14. Mai 2020, in: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-05/schoenborn-johannes-paul-ii-grosser-papst-groer-missbrauch.html (abgerufen am 14.05.2020).


Abstract

John Paul II: «The Best Pope the Jews Ever Had». In 1978, after the election of Cardinal Karol Wojtyła as Pope, there were Jewish voices expressing suspicion and scepticism in view of the relationship between the elected Pope and the Jewish people. The scepticism persisted for a while, but it changed not least thanks to weighty statements and initiatives of Pope John Paul II. The visit to the Great Synagogue of Rome on April 13, 1986 was a very special event, during which John Paul II addressed the Jewish community: «You are our elder brothers.» This was repeated by the Pope more than once and characterizes the relationship between the Church and Judaism as a given bond. This and other relevant statements were a stimulus to theology and received commentaries through important gestures by John Paul II. The years of his pontificate were however also accompanied by causes for tension or annoyances in the Catholic-Jewish relationship.

Keywords:

Israel – Christian-Jewish Relations – Judaism – Antisemitism


Zurück zur Startseite

Komfortabler Online-Bereich mit Archiv-, Download- und Suchfunktion sowie komplettem Autorenregister.

Online-Ausgabe einsehen

Online-Ausgabe bestellen
Jahresverzeichnis 2019

Hier erhalten Sie das Jahresverzeichnis 2020
Newsletter
Unser Newsletter informiert Sie über die Inhalte der neuesten Ausgabe.
Verein der Freunde und Förderer Communio e.V.
Allgemeines zu unserem Verein
Sie wollen unserem Verein beitreten?
Vereinssatzung

Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen


Communio
Telefon: +49 (0) 711 44 06-140 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | Sitemap | AGB | Widerruf | Datenschutz | Impressum